# Durchtrittschutz P, PL und PS erklärt

Quelle: https://kappeundsohle.de/blog/durchtrittschutz-erklaert
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Kappe & Sohle

**Kurz gesagt:** Der Durchtrittschutz ist eine Einlage in der Sohle, die das Eindringen spitzer Gegenstände von unten erschweren soll. Nach EN ISO 20345:2022 steht P für eine metallische Einlage, PL und PS für nichtmetallische Einlagen. P und PL werden mit einem 4,5-Millimeter-Nagel geprüft, PS mit einem dünneren 3-Millimeter-Nagel. Stahl gilt als unempfindlich gegen dünne Spitzen, Textil als flexibler, leichter und metallfrei.

Nägel, Schrauben, Glasscherben und Metallspäne sind auf vielen Baustellen und in Werkstätten Alltag. Der Durchtrittschutz in Sicherheitsschuhen ist dafür gedacht, sie von der Fußsohle fernzuhalten. Diese Seite erklärt, wie der Durchtrittschutz aufgebaut ist, wie er nach Norm geprüft wird, was die Kennbuchstaben P, PL und PS bedeuten und wie sich Stahl- und Textileinlagen im Alltag unterscheiden. Am Ende finden Sie Hinweise, wie Sie die passende Variante gemeinsam mit Ihrem Arbeitgeber auswählen.

## Wo der Durchtrittschutz sitzt

Der Durchtrittschutz liegt zwischen Laufsohle und Brandsohle, also unsichtbar im Sohlenaufbau. Bei metallischen Varianten ist es meist eine dünne Stahlplatte, bei nichtmetallischen eine Einlage aus mehreren Lagen hochfester Textilfasern. Von außen lässt sich nicht erkennen, welche Variante verbaut ist.

Welche Klassen einen Durchtrittschutz haben, ist klar geregelt: S1P, S3, S5 und S7 enthalten ihn, S1, S2, S4 und S6 nicht. Einen Überblick gibt [Sicherheitsklassen SB bis S7 im Überblick](https://kappeundsohle.de/blog/sicherheitsklassen-uebersicht).

## So wird geprüft

Für die Prüfung wird ein genormter Prüfnagel mit einer festgelegten Kraft von unten gegen die Sohle gedrückt. Die Einlage muss einer Kraft von 1100 Newton standhalten, ohne dass der Nagel durchdringt.

Seit der Fassung von 2022 unterscheidet die Norm zwei Nageldurchmesser. Der Standardnagel hat 4,5 Millimeter, der dünnere 3 Millimeter. Ein dünner Nagel kann zwischen textilen Fasern leichter hindurchfinden, deshalb wird die PS-Variante zusätzlich damit geprüft.

| Kurzzeichen | Einlage | Prüfnagel | Beispiel Klasse |
| --- | --- | --- | --- |
| P | metallisch | 4,5 mm | S1P, S3, S7 |
| PL | nichtmetallisch | 4,5 mm | S1PL, S3L, S7L |
| PS | nichtmetallisch | 3 mm | S1PS, S3S, S7S |

Durchtrittschutz nach EN ISO 20345:2022

## Stahl oder Textil im Alltag

Stahleinlagen sind bewährt und gegen sehr dünne Spitzen unempfindlich. Wer viel geht, kniet oder in die Hocke geht, empfindet textile Einlagen oft als angenehmer, weil die Sohle besser mitbiegt. Für metallfreie Schuhe ist eine nichtmetallische Einlage nötig. Modelle ohne Metall finden Sie im Ratgeber [metallfreie Sicherheitsschuhe](https://kappeundsohle.de/best/metallfreie-sicherheitsschuhe).

| Merkmal | Stahl (P) | Textil (PL, PS) |
| --- | --- | --- |
| Flexibilität | steifer | flexibler |
| Gewicht | eher schwerer | eher leichter |
| Abdeckung der Sohle | lässt bei vielen Modellen einen Randbereich frei | reicht meist bis an den Rand |
| Kälteleitung | höher | geringer |
| Metalldetektor | löst aus | löst nicht aus |

Typische Unterschiede der Einlagen

[Metallfreie Sicherheitsschuhe ansehen](https://kappeundsohle.de/best/metallfreie-sicherheitsschuhe)

## Was das für die Auswahl bedeutet

Beachten Sie, dass Schuhe nach der Fassung von 2011 nur P als Kennzeichen tragen, auch wenn eine textile Einlage verbaut ist. Dort hilft das Datenblatt des Herstellers. Wie sich S3, S3L und S3S unterscheiden, beschreibt [S3, S3L oder S3S](https://kappeundsohle.de/blog/s3-oder-s3s-und-s3l).

- Viele dünne Drahtstifte, Tackerklammern oder Glassplitter: P oder PS erwägen und mit dem Arbeitgeber abstimmen
- Metalldetektoren oder Sicherheitsschleusen: PL oder PS zusammen mit einer Kunststoffkappe
- Kälte im Winter: textile Einlage plus Zusatzzeichen CI
- Viel Knien und Klettern: Flexibilität der Sohle beim Anprobieren prüfen

## Grenzen des Durchtrittschutzes

Die Prüfung findet mit einem definierten Nagel und einer definierten Kraft statt. In der Wirklichkeit sind Gegenstände oft dünner, schärfer oder treffen schräg auf. Ein Durchtrittschutz verringert das Risiko, schließt Verletzungen aber nicht aus. Auch die Seiten des Schuhs und das Obermaterial sind nicht gegen Durchstich geprüft.

Prüfen Sie Ihre Schuhe deshalb regelmäßig von unten. Steckt ein Nagel, eine Schraube oder ein Splitter in der Sohle, ziehen Sie ihn vorsichtig heraus und schauen Sie, ob die Laufsohle an dieser Stelle durchstoßen ist. Bei tiefen Einstichen, Rissen im Profil oder abgelösten Sohlenteilen lässt sich von außen nicht beurteilen, ob die Einlage noch intakt ist. Im Zweifel ist ein neues Paar die bessere Wahl, sprechen Sie dazu mit Ihrem Arbeitgeber, der den Fußschutz stellt.

Durch Verschleiß kann die Wirkung nachlassen, etwa wenn die Laufsohle stark abgelaufen ist oder ein Gegenstand bereits einmal in die Sohle eingedrungen ist. In diesen Fällen sollten Sie die Schuhe ersetzen. Mehr dazu in [Sicherheitsschuhe wann tauschen](https://kappeundsohle.de/blog/sicherheitsschuhe-wann-tauschen). Eine breite Auswahl mit Durchtrittschutz bietet der Ratgeber [die besten S3-Sicherheitsschuhe](https://kappeundsohle.de/best/beste-sicherheitsschuhe-s3).

Hinweis: Kein Durchtrittschutz verhindert jede Stichverletzung. Welche Klasse und welche Variante an Ihrem Arbeitsplatz verlangt sind, legt der Arbeitgeber auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung fest. Fragen Sie im Zweifel Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit.

## Häufige Fragen

**Ist Stahl sicherer als Textil?** Nicht pauschal. Beide müssen die Normprüfung bestehen. Stahl ist unempfindlich gegen dünne Spitzen, textile PS-Einlagen sind zusätzlich mit dem dünnen Nagel geprüft. Sie unterscheiden sich vor allem bei Flexibilität, Gewicht und Abdeckung.

**Kann ich nachträglich eine Durchtrittschutzsohle einlegen?** Das macht aus einem Schuh ohne Durchtrittschutz keinen zertifizierten S1P- oder S3-Schuh. Die Prüfung gilt immer für den kompletten Schuh.

**Spürt man eine Stahlplatte beim Gehen?** Viele Träger empfinden Schuhe mit Stahlplatte als steifer beim Abrollen. Wie stark das ist, hängt vom Modell und vom Sohlenaufbau ab.

**Haben Sicherheitssneaker immer Durchtrittschutz?** Nein, nur in den Klassen S1P, S3 und S7. Sneaker in S1 oder S2 haben keinen. Eine Auswahl zeigt [Sicherheitssneaker S1P und S3](https://kappeundsohle.de/best/s1p-sicherheitssneaker).

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://kappeundsohle.de/best/metallfreie-sicherheitsschuhe
- https://kappeundsohle.de/best/beste-sicherheitsschuhe-s3
- https://kappeundsohle.de/best/s1p-sicherheitssneaker
