# Orthopädische Einlagen in Sicherheitsschuhen

Quelle: https://kappeundsohle.de/blog/orthopaedische-einlagen-in-sicherheitsschuhen
Veröffentlicht: 2026-10-12
Herausgeber: Kappe & Sohle

**Kurz gesagt:** Orthopädische Einlagen dürfen in Sicherheitsschuhen nur verwendet werden, wenn die Kombination aus Schuh und Einlage geprüft ist. Viele Hersteller haben dafür Programme, in denen zertifizierte Orthopädieschuhtechniker Einlagen nach deren Vorgaben fertigen. Die Kosten für die Anpassung übernimmt häufig ein Kostenträger wie die Deutsche Rentenversicherung, wenn die Einlagen ärztlich verordnet sind und Fußschutz am Arbeitsplatz Pflicht ist.

Wer Einlagen vom Arzt verordnet bekommt und im Beruf Sicherheitsschuhe tragen muss, steht vor einer Hürde: Eine beliebige Einlage im Sicherheitsschuh verändert dessen geprüfte Eigenschaften. Diese Seite erklärt, warum das so ist, welche Lösungen es gibt, wie der Ablauf von der Verordnung bis zum fertigen Schuh aussieht und welche Stellen bei den Kosten helfen können. Die Angaben sind allgemein, die genauen Regeln klären Sie mit Arzt, Orthopädieschuhtechnik und Kostenträger.

## Warum nicht jede Einlage passt

Ein Sicherheitsschuh wird nach EN ISO 20345 als Ganzes geprüft, mit der Einlegesohle, die der Hersteller mitliefert. Wird diese gegen eine andere Einlage getauscht, ändern sich Innenhöhe, Abstand zur Zehenkappe, Energieaufnahme an der Ferse und bei antistatischen oder ESD-Schuhen der elektrische Widerstand. Der Schuh entspricht dann womöglich nicht mehr der geprüften Ausführung.

Die DGUV Regel 112-191 zum Fußschutz greift das auf. Danach dürfen orthopädische Einlagen nur in Kombination mit Sicherheitsschuhen verwendet werden, für die diese Kombination geprüft ist. Mehr zur Regel steht im Artikel [DGUV Regel 112-191 erklärt](https://kappeundsohle.de/blog/dguv-regel-112-191-erklaert).

## Die üblichen Lösungen

Für die meisten Menschen reicht die erste Lösung. Viele große Hersteller wie Atlas, Elten, Haix, uvex und andere bieten Programme an, in denen zertifizierte Orthopädieschuhtechniker passende Einlagen für bestimmte Modelle anfertigen. Fragen Sie beim Hersteller oder im Fachgeschäft, welche Modelle dafür freigegeben sind.

- Einlagen nach Herstellersystem: Ein Orthopädieschuhtechniker fertigt Einlagen nach den Vorgaben eines Schuhherstellers, die Kombination ist geprüft
- orthopädische Zurichtung: Änderungen am Schuh, etwa an Sohle oder Absatz, durch zertifizierte Betriebe nach Herstellervorgaben
- orthopädische Maßschuhe als Sicherheitsschuh: für starke Fehlstellungen, als Einzelanfertigung mit eigener Prüfung

## Der Ablauf Schritt für Schritt

Der Weg kann je nach Kostenträger etwas Zeit kosten. Planen Sie den Antrag rechtzeitig, bevor das alte Paar verschlissen ist. Bewahren Sie Verordnung, Bescheid und Rechnung auf, denn bei einem späteren Folgeantrag werden diese Unterlagen oft wieder gebraucht. Ein kurzer Hinweis an die Fachkraft für Arbeitssicherheit hilft zudem, damit der Betrieb die Versorgung bei der nächsten Schuhausgabe berücksichtigt.

1. Ärztliche Verordnung für Einlagen einholen, mit dem Hinweis, dass Sicherheitsschuhe getragen werden müssen.
2. Mit dem Arbeitgeber klären, welche Schutzklasse und welche Zusatzzeichen verlangt sind.
3. Antrag beim zuständigen Kostenträger stellen, häufig die Deutsche Rentenversicherung.
4. Einen Orthopädieschuhtechniker aufsuchen, der für Sicherheitsschuh-Einlagen zertifiziert ist.
5. Gemeinsam ein freigegebenes Schuhmodell wählen und die Einlage fertigen lassen.
6. Schuh mit Einlage anprobieren und nach einigen Tagen eine Kontrolle vereinbaren.

## Wer die Kosten trägt

Grundsätzlich muss der Arbeitgeber den vorgeschriebenen Fußschutz bezahlen, das erklärt der Artikel [Wann Sicherheitsschuhe Pflicht sind](https://kappeundsohle.de/blog/wann-sind-sicherheitsschuhe-pflicht). Die orthopädischen Mehrkosten übernehmen häufig andere Kostenträger, in Deutschland oft die Deutsche Rentenversicherung als Leistung zur Teilhabe am Arbeitsleben. Je nach Situation können auch die Agentur für Arbeit oder die Unfallversicherung zuständig sein, etwa nach einem Arbeitsunfall.

Die Krankenkasse übernimmt in der Regel die Einlagen für den Alltag, nicht die Anpassung an Sicherheitsschuhe. Die genauen Bedingungen, Eigenanteile und Antragswege klären Sie mit dem Kostenträger. Bei Selbstständigen gelten teils andere Regeln.

Hinweis: Die Angaben zu Kostenträgern sind allgemeine Hinweise. Zuständigkeit und Umfang hängen vom Einzelfall ab. Lassen Sie sich vom Kostenträger oder einem Sozialverband beraten.

## Das passende Schuhmodell

Für Einlagen eignen sich Modelle mit herausnehmbarer Einlegesohle, ausreichender Innenhöhe und einer Weite, die Platz für die Einlage lässt. Wer ohnehin breite Füße hat, wählt am besten ein Modell aus einem Weitensystem. Hintergründe stehen im Artikel [Weitensystem erklärt](https://kappeundsohle.de/blog/weitensystem-erklaert).

Fragen Sie den Orthopädieschuhtechniker, welche Modelle für Ihre Klasse und Ihren Fuß freigegeben sind. Die Ratgeber [uvex Sicherheitsschuhe](https://kappeundsohle.de/best/uvex-sicherheitsschuhe) und [Haix Sicherheitsschuhe](https://kappeundsohle.de/best/haix-sicherheitsschuhe) zeigen Modelle von Herstellern, die solche Programme anbieten. Ob ein bestimmtes Modell dazugehört, klärt die Fachperson.

[uvex-Modelle ansehen](https://kappeundsohle.de/best/uvex-sicherheitsschuhe)

## Wenn das Paar ersetzt wird

Die geprüfte Kombination gilt für ein bestimmtes Schuhmodell. Wechseln Sie das Modell, muss geprüft werden, ob die vorhandene Einlage auch dafür freigegeben ist. Oft lässt sich die Einlage weiterverwenden, wenn der Hersteller gleich bleibt, sicher ist das aber nicht.

Auch die Einlage selbst nutzt sich ab. Lassen Sie sie bei der Kontrolle prüfen und bei Bedarf erneuern. Wann der Schuh ersetzt werden sollte, steht im Artikel [Wann Sicherheitsschuhe tauschen](https://kappeundsohle.de/blog/sicherheitsschuhe-wann-tauschen).

## Komfort-Einlagen ohne Verordnung

Wer keine ärztliche Verordnung hat, aber mehr Dämpfung oder Stütze wünscht, kann vom Hersteller freigegebene Komfort-Einlegesohlen nutzen. Was dabei zu beachten ist, erklärt der Artikel [Einlegesohlen für Arbeitsschuhe](https://kappeundsohle.de/blog/einlegesohlen-fuer-arbeitsschuhe).

## Häufige Fragen

**Darf ich meine normalen Einlagen in den Sicherheitsschuh legen?** Nur, wenn diese Kombination geprüft ist. Sonst kann der Schuh seine geprüften Eigenschaften verlieren.

**Muss der Orthopädieschuhtechniker zertifiziert sein?** Für Einlagen nach Herstellersystem ist meist eine Schulung oder Zertifizierung durch den Hersteller nötig. Fragen Sie danach.

**Wie lange dauert der Antrag bei der Rentenversicherung?** Das ist unterschiedlich. Stellen Sie den Antrag frühzeitig und fragen Sie nach dem Bearbeitungsstand.

**Gilt das auch für ESD-Schuhe?** Ja, und hier ist es besonders wichtig, weil die Einlage den Ableitwiderstand beeinflusst. Hinweise gibt der Artikel [ESD erklärt](https://kappeundsohle.de/blog/esd-erklaert).

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://kappeundsohle.de/best/uvex-sicherheitsschuhe
- https://kappeundsohle.de/best/haix-sicherheitsschuhe
- https://kappeundsohle.de/best/esd-sicherheitsschuhe-s3
