# S3 oder F3: zwei Normen für zwei verschiedene Aufgaben

Quelle: https://kappeundsohle.de/blog/s3-oder-f3
Veröffentlicht: 2026-10-11
Herausgeber: Kappe & Sohle

**Kurz gesagt:** S3 ist eine Klasse für Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345, also für Arbeit in Industrie, Handwerk und Bau. F3 ist eine Typbezeichnung aus EN 15090 für Feuerwehrschuhe: Typ 3 ist für Brandbekämpfung und Rettung mit zusätzlichem Schutz gegen Chemikalien vorgesehen. Die Normen prüfen teils ähnliche Eigenschaften, verfolgen aber unterschiedliche Zwecke und sind nicht austauschbar.

Wer bei der Freiwilligen Feuerwehr ist und gleichzeitig im Handwerk arbeitet, hat oft beide Schuharten im Schrank. Andere stoßen beim Suchen nach robusten Stiefeln auf Kennzeichnungen wie F2A oder F3A und fragen sich, ob das eine stärkere Form von S3 ist. Diese Seite ordnet beide Normen ein, erklärt die Typen F1, F2 und F3, nennt die wichtigsten Unterschiede bei Prüfungen und Einsatz und zeigt, warum ein Feuerwehrstiefel nicht einfach als Sicherheitsschuh gilt und umgekehrt. Welche Ausrüstung Pflicht ist, legen Arbeitgeber beziehungsweise Feuerwehr fest.

## Zwei Normen im Überblick

EN ISO 20345 regelt Sicherheitsschuhe für gewerbliche Zwecke. Die Klassen SB bis S7 beschreiben, welche Eigenschaften ein Schuh nachweislich hat, S3 etwa Zehenschutzkappe, Antistatik, Energieaufnahme im Fersenbereich, wasserabweisendes Obermaterial, Durchtrittschutz und Profilsohle.

EN 15090 regelt Schuhe für die Feuerwehr. Sie teilt sie in drei Typen ein, die sich nach dem Einsatz richten. Dazu kommen weitere Kennzeichen, zum Beispiel A für antistatisch oder Angaben zur Wärmeisolierung. Eine Kennzeichnung wie F2A bedeutet also Typ 2 mit antistatischen Eigenschaften.

| Merkmal | EN ISO 20345 (S3) | EN 15090 (F-Typen) |
| --- | --- | --- |
| Zweck | Sicherheitsschuh für gewerbliche Arbeit | Schuh für Feuerwehreinsätze |
| Einteilung | Klassen SB bis S7 | Typen 1, 2 und 3 |
| Hitze und Flammen | optional, etwa HRO oder HI | zentraler Bestandteil der Prüfungen |
| Chemikalien | nicht Teil der Grundklassen | bei Typ 3 vorgesehen |
| Typische Träger | Bau, Handwerk, Industrie, Logistik | Berufs- und Freiwillige Feuerwehr |

EN ISO 20345 und EN 15090 im Vergleich

## Was F1, F2 und F3 bedeuten

Die Typen bauen aufeinander auf, der Einsatzzweck steht im Vordergrund. Für Feuerwehren in Deutschland sind Stiefel nach Typ 2 verbreitet, F3 kommt dort zum Einsatz, wo Gefahrstoffe eine Rolle spielen. Welche Ausführung vorgeschrieben ist, regeln Träger der Feuerwehr und Unfallversicherung.

Achten Sie beim Kauf auf die vollständige Kennzeichnung. Neben dem Typ stehen bei Feuerwehrstiefeln häufig weitere Kürzel für Wärmeisolierung, Kälteisolierung oder Knöchelschutz, deren genaue Bedeutung das Datenblatt des Herstellers erläutert.

- Typ 1 (F1): für allgemeine Rettungseinsätze und Brandbekämpfung im Freien, etwa bei Vegetations- oder Abfallbränden
- Typ 2 (F2): für Brandbekämpfung und Rettung in Gebäuden und Fahrzeugen, mit Zehenschutz und Durchtrittschutz
- Typ 3 (F3): wie Typ 2, zusätzlich mit Schutz gegen Chemikalien für Gefahrstoffeinsätze

## Wo sich die Anforderungen überschneiden

Feuerwehrstiefel der Typen 2 und 3 haben ebenfalls Zehenschutz und Durchtrittschutz, und viele sind wasserdicht und rutschhemmend. Deshalb wirken sie wie besonders robuste Sicherheitsschuhe. Hinzu kommen Prüfungen, die für die Feuerwehr wichtig sind, etwa zur Flammbeständigkeit des Obermaterials, zur Wärmeisolierung der Sohle und zum Verhalten bei Strahlungswärme.

Manche Hersteller lassen ihre Stiefel zusätzlich nach EN ISO 20345 zertifizieren. Dann stehen beide Normen auf dem Etikett. Ist nur EN 15090 angegeben, gilt der Stiefel nicht automatisch als Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345. Wie Sie das Etikett lesen, erklärt [Kennzeichnung im Sicherheitsschuh lesen](https://kappeundsohle.de/blog/kennzeichnung-sicherheitsschuhe-lesen).

## Warum ein Feuerwehrstiefel im Betrieb selten passt

Feuerwehrstiefel sind meist hoch, schwer und auf kurze, intensive Einsätze ausgelegt. Für einen achtstündigen Arbeitstag auf der Baustelle oder in der Halle sind sie oft zu warm und zu steif. Zudem verlangt der Arbeitgeber in der Regel einen Schuh nach EN ISO 20345 mit bestimmter Klasse, etwa S3 mit SR oder ESD.

Umgekehrt ist ein S3-Sicherheitsschuh kein Ersatz für Feuerwehrschuhe. Selbst mit HRO, also kurzzeitiger Kontaktwärme an der Sohle, ist er nicht für Brandeinsätze geprüft. Für den Alltag in Bau und Handwerk finden Sie passende Stiefel im Ratgeber [die besten S3-Sicherheitsstiefel](https://kappeundsohle.de/best/beste-sicherheitsstiefel-s3).

[S3-Sicherheitsstiefel ansehen](https://kappeundsohle.de/best/beste-sicherheitsstiefel-s3)

## Wer welche Norm vorgibt

Im Betrieb bestimmt der Arbeitgeber über die Gefährdungsbeurteilung, welcher Fußschutz nötig ist. Hinweise gibt die DGUV Regel 112-191. Bei der Feuerwehr regeln Träger der Feuerwehr und Unfallkassen, welche Schutzausrüstung beschafft und getragen wird. Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Bundesland, Kommune und Einsatzbereich.

Fragen Sie im Betrieb Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit und bei der Feuerwehr Ihre Wehrführung oder den Gerätewart, bevor Sie eigene Schuhe anschaffen. Einen Überblick über die Klassen der Sicherheitsschuhnorm gibt [Was S3 bei Sicherheitsschuhen bedeutet](https://kappeundsohle.de/blog/was-bedeutet-s3).

Hinweis: Weder ein S3-Schuh noch ein Feuerwehrstiefel schützt vor jeder Verletzung. Tragen Sie bei Einsätzen ausschließlich die von Ihrer Feuerwehr vorgegebene Ausrüstung und im Betrieb den vom Arbeitgeber festgelegten Fußschutz.

## Häufige Fragen

**Ist F3 besser als S3?** Die Kennzeichen lassen sich nicht direkt vergleichen. F3 beschreibt einen Feuerwehrschuh mit Chemikalienschutz, S3 einen Sicherheitsschuh für gewerbliche Arbeit. Beide haben andere Prüfschwerpunkte.

**Darf ich Feuerwehrstiefel auf der Baustelle tragen?** Nur, wenn sie auch die vom Arbeitgeber geforderte Klasse nach EN ISO 20345 haben oder der Arbeitgeber sie ausdrücklich zulässt. Fragen Sie vorher nach.

**Was bedeutet F2A?** F2A steht für einen Feuerwehrschuh vom Typ 2 mit antistatischen Eigenschaften nach EN 15090.

**Reicht HRO für Arbeiten mit Hitze?** HRO bedeutet, dass die Laufsohle einen kurzen Kontakt mit einer heißen Fläche übersteht. Für Arbeiten mit Flammen oder Strahlungswärme gibt es eigene Anforderungen, die der Arbeitgeber festlegt.

## Kaufberatung zu diesem Thema

- https://kappeundsohle.de/best/beste-sicherheitsstiefel-s3
- https://kappeundsohle.de/best/beste-sicherheitsschuhe-s3
- https://kappeundsohle.de/best/haix-sicherheitsschuhe
