Vergleich
S1 oder S2: Unterschied der Sicherheitsklassen
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Kurz gesagt
S2 ist ein S1-Schuh mit wasserabweisendem Obermaterial. Nach EN ISO 20345 wird dafür geprüft, wie viel Wasser durch das Obermaterial dringt und wie viel es aufnimmt (Kurzzeichen WPA). Einen Durchtrittschutz und eine Profilsohle verlangt S2 nicht, beides kommt erst mit S3 hinzu.
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Hier geht es um die Wahl zwischen S1 und S2, etwa für Küche, Lebensmittelbetrieb, Reinigung oder Hallen, in denen ab und zu Wasser auf dem Boden steht. Sie sehen die Anforderungen beider Klassen im Vergleich, erfahren, was die Wasserprüfung am Obermaterial bedeutet und was sie nicht leistet. Außerdem erklären wir, warum S2 im Handel seltener zu finden ist als S1 und S3 und wann der Schritt zu S3 sinnvoll ist. Die verbindliche Vorgabe für Ihren Arbeitsplatz kommt vom Arbeitgeber.
Die Anforderungen im Vergleich
S1 und S2 teilen alle Grundanforderungen: Zehenschutzkappe für 200 Joule und 15 Kilonewton, Grundrutschhemmung, geschlossener Fersenbereich, antistatische Eigenschaften (A) und Energieaufnahme im Fersenbereich (E). S2 fügt eine einzige Prüfung hinzu, die sich auf das Obermaterial bezieht.
Dieses Obermaterial muss die Prüfung auf Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme bestehen. Das Ziel ist, dass Spritzwasser, nasser Boden oder kurzer Kontakt mit Pfützen nicht sofort durch das Material dringen. Für einen vollständig wasserdichten Schuh reicht das nicht, denn Nähte, Zunge und Einstieg werden bei WPA nicht als Ganzes geprüft.
SB
Zehenschutzkappe 200 J, Rutschhemmung
S1
+ geschlossene Ferse, A, E
S1P / S2
+ P (S1P) oder + WPA (S2)
S3
+ P und Profilsohle
S7
+ WR, ganzer Schuh wasserdicht
| Eigenschaft | S1 | S2 |
|---|---|---|
| Zehenschutzkappe 200 J | ja | ja |
| Geschlossener Fersenbereich | ja | ja |
| Antistatisch (A) | ja | ja |
| Energieaufnahme Ferse (E) | ja | ja |
| Obermaterial Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme (WPA) | nein | ja |
| Durchtrittschutz | nein | nein |
| Profilierte Laufsohle | nicht gefordert | nicht gefordert |
Was WPA leistet und was nicht
Glattleder und beschichtete Obermaterialien bestehen die WPA-Prüfung häufig, offenes Mesh dagegen nicht. Deshalb sind S1-Schuhe oft luftige Textilmodelle, während S2-Schuhe meist aus Leder oder geschlossenem Kunstleder bestehen. Das macht S2-Schuhe etwas wärmer und weniger atmungsaktiv.
Wichtig ist der Unterschied zur Kennzeichnung WR. WR prüft den ganzen Schuh in einem Wasserbad und findet sich bei S6 und S7. Ein S2-Schuh kann bei längerem Stehen im Wasser an Nähten oder Zunge Wasser ziehen. Mehr zu diesem Thema steht im Artikel Wasser im Sicherheitsschuh.
Typische Einsatzbereiche
S1 ist verbreitet in trockenen Hallen, an Montagelinien und in der Logistik. S2 passt dort, wo der Boden feucht sein kann, aber keine spitzen Gegenstände liegen: Großküchen, Lebensmittelverarbeitung, Spülbereiche, Reinigung und manche Laborbereiche. In der Küche spielt zusätzlich die Rutschhemmung eine große Rolle, siehe Sicherheitsschuhe für die Küche.
Sobald Nägel, Scherben oder Späne dazukommen oder draußen gearbeitet wird, ist S2 meist zu wenig. Dann wird in vielen Betrieben S3 verlangt, das Durchtrittschutz und Profilsohle ergänzt.
- S1: trockene Hallen, Montage, Kommissionierung
- S2: Küche, Lebensmittelbetrieb, Reinigung, feuchte Böden ohne spitze Teile
- S3: Baustelle, Außenbereich, Werkstatt mit Spänen, wechselnde Böden
Warum S2 im Handel seltener ist
Viele Hersteller bauen die meisten Modelle als S1 oder S1P für die Halle und als S3 für alles andere. Ein Lederschuh, der WPA besteht, bekommt mit einer Durchtritteinlage und einer Profilsohle bereits die Klasse S3. Weil der Aufwand zwischen S2 und S3 überschaubar ist, fällt die Wahl oft direkt auf S3.
Für Sie bedeutet das: Wenn der Arbeitgeber S2 vorgibt, dürfen Sie in der Regel auch einen S3-Schuh tragen, weil S3 alle Anforderungen von S2 erfüllt. Das erweitert die Auswahl erheblich. Einen Überblick bietet der Ratgeber die besten S3-Sicherheitsschuhe, den direkten Vergleich der beiden Klassen der Artikel S2 oder S3.
Tragekomfort und Pflege
Ein S1-Schuh aus Mesh trocknet schnell und lässt viel Luft an den Fuß, saugt sich bei Nässe aber auch schnell voll. Ein S2-Schuh aus Leder oder beschichtetem Material hält Spritzwasser ab, staut dafür mehr Wärme. Wer zu feuchten Füßen neigt, achtet bei S2 auf ein atmungsaktives Futter und wechselt nach Möglichkeit zwischen zwei Paaren, damit jedes Paar einen Tag Zeit zum Trocknen hat.
Bei der Pflege unterscheiden sich die Klassen deutlich. Textil lässt sich mit einer weichen Bürste und lauwarmem Wasser säubern. Leder braucht nach dem Reinigen Pflegemittel, damit es geschmeidig bleibt und weiter Wasser abweist. Ohne Pflege kann ein Lederschuh seine wasserabweisende Wirkung im Alltag verlieren, auch wenn er die Prüfung im Neuzustand bestanden hat. Hinweise gibt der Artikel Sicherheitsschuhe reinigen und pflegen.
Entscheidungshilfe in drei Fragen
Diese Fragen ersetzen nicht die Gefährdungsbeurteilung, helfen aber, die Vorgabe des Arbeitgebers einzuordnen. Mit dem S-Klassen-Decoder prüfen Sie jede Klasse einzeln.
- 1
Ist der Boden zeitweise nass oder wird mit Wasser gereinigt? Dann scheidet S1 mit Mesh-Obermaterial meist aus.
- 2
Können spitze Gegenstände auf dem Boden liegen? Dann reicht S2 nicht, gefragt ist S1P oder S3.
- 3
Wird draußen, auf unebenem Boden oder auf der Baustelle gearbeitet? Dann ist S3 mit Profilsohle die übliche Wahl.
Häufige Fragen
Ist ein S2-Schuh wasserdicht? Nein, nur das Obermaterial ist wasserabweisend geprüft. Für längeren Kontakt mit Wasser sind Modelle mit WR oder einer Membran gedacht.
Kann ich S3 statt S2 tragen? In der Regel ja, denn S3 erfüllt alle Anforderungen von S2. Bedenken Sie, dass S3-Schuhe durch Einlage und Profilsohle etwas schwerer und steifer sein können.
Gibt es S2 auch als Sneaker? Ja, vereinzelt, meist mit Leder- oder Kunstlederobermaterial. Offene Mesh-Sneaker erreichen S2 in der Regel nicht.
Welche Klasse ist in der Küche üblich? Häufig S2 oder S1 mit guter Rutschhemmung, je nach Betrieb. Maßgeblich ist die Vorgabe des Arbeitgebers.
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