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Ratgeber

Sicherheitsschuhe für die Küche

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Köche, Küchenhilfen und Spülkräfte stehen viele Stunden auf Fliesen, die durch Wasser, Fett und Speisereste glatt werden. Gleichzeitig hantieren sie mit heißen Flüssigkeiten, Messern und schweren Behältern. Dieser Beitrag erklärt, welche Eigenschaften für Küchenschuhe wichtig sind, was SR bedeutet, wann Clogs erlaubt sind und wie Sie Schuhe in der Küche hygienisch pflegen. Welche Schuhe in Ihrem Betrieb verlangt werden, klären Sie mit dem Arbeitgeber.

Rutschhemmung SR ist zentral

Seit der Revision EN ISO 20345:2022 gibt es zwei Stufen der Rutschhemmung. Jeder Sicherheitsschuh muss eine Grundprüfung auf Keramikfliese mit Reinigungsmittel bestehen. Die Zusatzkennzeichnung SR steht für eine weitere Prüfung auf Fliese mit Glycerin, also einem deutlich schmierigeren Medium. Sie ersetzt die frühere Angabe SRC.

Für Küchen mit Fett und Öl auf dem Boden ist SR ein sinnvolles Kriterium. Mehr zu den Prüfungen erklärt der Beitrag Rutschhemmung SR erklärt. Wichtig bleibt: Auch die beste Sohle rutscht, wenn sie verschmutzt oder abgelaufen ist, und kein Schuh verhindert jeden Sturz.

Sicherheitsschuh oder Berufsschuh

In vielen Küchen werden Berufsschuhe nach EN ISO 20347 getragen. Sie haben keine Zehenschutzkappe, bieten aber geprüfte Rutschhemmung und weitere Eigenschaften. Wenn schwere Lasten bewegt werden, etwa Getränkekisten, große Töpfe oder Rollwagen, kann die Gefährdungsbeurteilung einen Sicherheitsschuh mit Kappe verlangen.

Den Unterschied zwischen beiden Schuharten erklärt der Beitrag Sicherheitsschuhe oder Arbeitsschuhe. Wer aus der Küche auch ins Lager oder an die Anlieferung wechselt, ist mit einem Sicherheitsschuh oft flexibler.

Clogs in der Küche

Clogs sind in Küchen beliebt, weil sie schnell an- und auszuziehen sind. Modelle mit offener Ferse erfüllen aber die Anforderung an einen geschlossenen Fersenbereich nicht, die ab Klasse S1 und O1 gilt. Sie kommen höchstens als SB oder OB infrage, und viele Betriebe lassen sie wegen der Gefahr des Umknickens und des Herausrutschens gar nicht zu.

Es gibt Clogs mit geschlossener Ferse oder Fersenriemen. Ob sie erlaubt sind, entscheidet der Betrieb. Fragen Sie vor dem Kauf nach, damit Sie nicht ein Modell kaufen, das nicht zugelassen ist.

Was der Schuh in der Küche noch können sollte

Neben der Rutschhemmung gibt es weitere Punkte, die im Küchenalltag wichtig sind. Die Norm nennt dafür teils eigene Zusatzzeichen.

  • Wasserabweisendes oder glattes Obermaterial, das sich abwischen lässt (S2 enthält WPA)
  • Geschlossene Oberfläche ohne Netzeinsätze, damit heiße Flüssigkeiten nicht direkt durchdringen
  • Kraftstoff- und fettbeständige Laufsohle, bei Bedarf mit Zeichen FO
  • Gute Dämpfung für langes Stehen, etwa mit Energieaufnahme im Fersenbereich (E)
  • Herausnehmbare, waschbare Einlegesohle, sofern vom Hersteller freigegeben

Hinweis:Heiße Flüssigkeiten können durch Textil schnell an die Haut gelangen. Schuhe mit glattem, geschlossenem Obermaterial sind in Küchen meist sinnvoller als Mesh-Sneaker. Kein Schuh schützt sicher vor Verbrühungen.

Reinigung und Hygiene

Küchenschuhe sollten täglich abgewischt werden, vor allem die Sohle, denn Fettreste im Profil verschlechtern die Rutschhemmung. Verwenden Sie warmes Wasser und mildes Reinigungsmittel und lassen Sie den Schuh bei Raumtemperatur trocknen. Ob ein Modell in die Waschmaschine darf, steht in der Herstellerinformation. Bei Sicherheitsschuhen ist das selten vorgesehen.

Ausführliche Tipps gibt der Beitrag Sicherheitsschuhe reinigen und pflegen. Ein Wechselpaar hilft, weil jeder Schuh dann einen Tag zum Trocknen hat, siehe auch Feuchte Füße in Sicherheitsschuhen.

Modelle für die Küche finden

Für Küchen eignen sich häufig leichte Halbschuhe mit glattem Obermaterial und SR-Sohle. Sneaker-Modelle mit Leder- oder Kunstlederschaft sind ebenfalls verbreitet. Eine Auswahl an leichten Schuhen bietet der Ratgeber Sicherheitssneaker S1P und S3. Wer viel Nässe am Boden hat, findet geschlossene Modelle im Ratgeber Leichte S3-Sicherheitsschuhe.

Achten Sie bei der Anprobe auf ausreichend Platz an den Zehen, denn in der Küche stehen Sie lange und die Füße schwellen über den Tag an. Hilfe bei der Größenwahl bietet die Größen- und Weitentabelle.

Leichte Sicherheitssneaker ansehen →

Passform für lange Schichten

Küchenschichten sind lang, und Köche stehen die meiste Zeit. Ein Schuh, der morgens bequem ist, kann abends drücken, weil die Füße anschwellen. Probieren Sie Schuhe deshalb am Nachmittag oder Abend an und tragen Sie dabei die Socken, die Sie auch bei der Arbeit nutzen.

Achten Sie auf eine gute Dämpfung unter der Ferse und ausreichende Weite im Vorfuß. Wer Einlagen braucht, sollte nur vom Hersteller freigegebene Varianten nutzen. Das Weitensystem bei Sicherheitsschuhen hilft bei der Auswahl der passenden Weite.

Häufige Fragen

Sind S3-Schuhe für die Küche sinnvoll? Sie sind möglich, aber oft schwerer als nötig. Der Durchtrittschutz ist in der Küche selten erforderlich. S2 oder ein Berufsschuh mit SR reichen häufig, sofern der Betrieb nichts anderes vorgibt.

Was bedeutet SRC auf älteren Küchenschuhen? SRC war die frühere Kennzeichnung für die bestandene Prüfung auf Fliese und Stahl. Seit 2022 heißt die erweiterte Prüfung SR.

Darf ich Turnschuhe in der Küche tragen? Das hängt von der Vorgabe des Betriebs ab. In vielen Profiküchen sind geprüfte Arbeits- oder Sicherheitsschuhe verlangt.

Wer bezahlt die Küchenschuhe? Ist Fußschutz erforderlich, trägt der Arbeitgeber die Kosten, siehe Wann Sicherheitsschuhe Pflicht sind.

Was Sie dafür brauchen