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Vergleich

S1P oder S3: gleicher Durchtrittschutz, anderer Einsatz

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  • UTILITY DIADORA

    Diadora Glove NET Low PRO S1P ESD: Leder-Sneaker

    S1P HRO SRA · Low · keine Angabe

  • UTILITY DIADORA

    Diadora Glove MDS Text Low S1PS: Textil-Sneaker

    S1PS FO HRO SR · Low · keine Angabe

  • ELTEN

    Elten Maddox XXR Low ESD S3S mit Infinergy-Dämpfung

    S3S ESD · Stahlkappe · Schnürung

Sicherheitssneaker gibt es in S1P und in S3, und auf den ersten Blick sehen beide Varianten gleich aus. Diese Seite richtet sich an alle, die zwischen den Klassen schwanken, zum Beispiel in Montage, Lager, Werkstatt oder Instandhaltung. Sie erfahren, was beide Klassen gemeinsam haben, was S3 zusätzlich verlangt, welche Rolle die neuen Varianten S1PS und S1PL spielen und wie sich drei Modelle aus unseren Ratgebern laut Herstellerangaben einordnen. Welche Klasse Sie tragen müssen, bestimmt allerdings Ihr Arbeitgeber.

Was S1P und S3 gemeinsam haben

Beide Klassen bauen auf S1 auf: Zehenschutzkappe für 200 Joule Schlagenergie und 15 Kilonewton Druck, geschlossener Fersenbereich, antistatische Eigenschaften (A) und Energieaufnahme im Fersenbereich (E). Beide haben zudem einen Durchtrittschutz, der das Eindringen spitzer Gegenstände von unten erschweren soll.

Seit EN ISO 20345:2022 wird beim Durchtrittschutz unterschieden: P steht für eine metallische Einlage, PL und PS für nichtmetallische Einlagen, die mit unterschiedlichen Prüfnägeln geprüft werden. Deshalb gibt es heute auch die Bezeichnungen S1PL und S1PS sowie S3L und S3S.

Was nur S3 verlangt

Der Unterschied liegt im Obermaterial und in der Sohle. S3 schreibt ein Obermaterial vor, das die Prüfung auf Wasserdurchtritt und Wasseraufnahme besteht. Bei S1P gibt es diese Anforderung nicht, weshalb viele S1P-Sneaker ein offenes Mesh oder Textil haben. Das ist luftig, lässt aber Wasser schnell durch.

Außerdem muss die Laufsohle eines S3-Schuhs profiliert sein. S1P-Schuhe haben oft ebenfalls ein Profil, die Norm verlangt es für diese Klasse aber nicht. Auf losem Untergrund, Kies oder Matsch macht ein ausgeprägtes Profil einen spürbaren Unterschied.

Drei Modelle aus den Ratgebern im Vergleich

Die folgenden Angaben stammen aus den Produktbeschreibungen der Händlerlistings. Zwei Diadora-Sneaker in S1P beziehungsweise S1PS stehen einem Elten-Sneaker in S3S gegenüber. Die Diadora Glove NET Low PRO ist mit dem Kürzel SRA ausgezeichnet, das noch aus der älteren Normfassung von 2011 stammt. Prüfen Sie bei jedem Modell die Kennzeichnung im Schuh, denn sie ist maßgeblich.

Welche Klasse zu welchem Arbeitsplatz passt

S1P ist verbreitet in trockenen Hallen, in der Montage, im Lager und in der Instandhaltung, wenn Schrauben, Späne oder Splitter am Boden liegen können, Nässe aber selten ist. Wer viel geht und es warm hat, schätzt die luftigen Obermaterialien vieler S1P-Modelle.

S3 ist sinnvoll, sobald Sie regelmäßig nach draußen gehen, auf nassen Böden arbeiten oder über Baustellenuntergrund laufen. Auch wer zwischen Halle und Hof pendelt, ist mit S3 meist flexibler. Sneaker in beiden Klassen zeigt der Ratgeber Sicherheitssneaker S1P und S3.

Sicherheitssneaker S1P und S3 ansehen →

Worauf Sie beim Sneaker zusätzlich achten

Bei Sicherheitssneakern entscheiden oft Details, die nicht in der Klasse stehen. Ein Mesh-Obermaterial ist im Sommer angenehm, wird bei Regen aber schnell nass. Glattleder und Synthetik lassen sich leichter abwischen. Prüfen Sie außerdem, ob der Schuh in Ihrer Weite angeboten wird, denn Sneakerleisten fallen häufig schmaler aus als klassische Arbeitsschuhe.

Auch der Durchtrittschutz verändert das Gefühl beim Gehen. Textile Einlagen gelten als flexibler als Stahlplatten, wobei sich das von Modell zu Modell unterscheidet. Wenn Sie viel knien, in die Hocke gehen oder Treppen steigen, lohnt es sich, den Schuh vor der Arbeit einige Stunden zu Hause zu tragen und die Abrollbewegung zu prüfen.

Vorgaben im Betrieb beachten

Ob S1P an Ihrem Arbeitsplatz zulässig ist, entscheidet der Arbeitgeber auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung. Die DGUV Regel 112-191 gibt dafür Hinweise, die konkreten Anforderungen hängen aber vom Betrieb und von der Berufsgenossenschaft ab. Häufig kommen weitere Vorgaben dazu, etwa ESD in Elektronikbereichen oder SR in Bereichen mit Öl und Nässe.

Fragen Sie im Zweifel Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit. Einen Überblick, welche Klassen es insgesamt gibt, finden Sie unter Sicherheitsklassen SB bis S7.

Hinweis:Durchtrittschutz und Zehenkappe sind auf definierte Prüfbelastungen ausgelegt und schützen nicht vor jeder Verletzung. Verbindlich ist die Vorgabe Ihres Arbeitgebers.

Häufige Fragen

Ist S1P das Gleiche wie S3 ohne Wasserschutz? Fast. Neben dem wasserabweisenden Obermaterial fehlt S1P auch die Pflicht zur Profilsohle. Alle übrigen Grundanforderungen sind gleich.

Was bedeutet S1PS? S1PS ist S1 mit nichtmetallischem Durchtrittschutz, der mit dem dünneren Prüfnagel geprüft wurde. Die Kennung gibt es seit EN ISO 20345:2022.

Darf ich S3 tragen, wenn S1P vorgegeben ist? In der Regel ja, da S3 alle Anforderungen von S1P erfüllt. Stimmen Sie weitere Vorgaben wie ESD mit dem Arbeitgeber ab.

Sind S1P-Sneaker leichter als S3-Sneaker? Oft, weil luftige Obermaterialien weniger wiegen. Eine feste Regel ist das nicht, das Gewicht hängt vom Modell ab.

Was Sie dafür brauchen