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Vergleich

S3, S3L oder S3S: was die Buchstaben bedeuten

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Seit der Überarbeitung der Sicherheitsschuhnorm tauchen auf Etiketten und in Produkttiteln neue Bezeichnungen wie S3S oder S3L auf. Viele fragen sich, ob das eine höhere Klasse ist oder nur ein anderer Name. Diese Seite erklärt die drei Varianten des Durchtrittschutzes, warum die Norm sie getrennt ausweist, welche Folgen das für Flexibilität und Metallfreiheit hat und wie zwei LOWA-Halbschuhe aus unseren Ratgebern gekennzeichnet sind. Welche Variante Sie tragen dürfen, regelt Ihr Arbeitgeber.

Warum es seit 2022 drei Varianten gibt

In der älteren Fassung EN ISO 20345:2011 gab es nur ein Kurzzeichen für Durchtrittschutz, egal ob die Einlage aus Stahl oder aus textilen Lagen bestand. Ein S3-Schuh nach alter Norm kann also beides enthalten. Die Fassung von 2022 trennt die Varianten, weil sich metallische und nichtmetallische Einlagen bei sehr dünnen, spitzen Gegenständen unterschiedlich verhalten können.

Geprüft wird jeweils mit einem genormten Prüfnagel, der mit einer festgelegten Kraft gegen die Sohle gedrückt wird. Metallische Einlagen werden mit dem 4,5-Millimeter-Nagel geprüft. Nichtmetallische Einlagen können entweder mit dem gleichen Nagel (PL) oder zusätzlich mit dem dünneren 3-Millimeter-Nagel (PS) geprüft werden.

Was die Varianten im Alltag unterscheidet

Für alle anderen Eigenschaften gilt dasselbe: Zehenschutzkappe, geschlossene Ferse, Antistatik, Energieaufnahme im Fersenbereich, wasserabweisendes Obermaterial und Profilsohle sind bei S3, S3L und S3S gleich gefordert. Der Unterschied liegt allein in der Einlage unter dem Fuß.

Textile Einlagen gelten als flexibler und leichter, isolieren etwas besser gegen Kälte und lösen keine Metalldetektoren aus, sofern auch die Kappe metallfrei ist. Stahleinlagen decken bei vielen Modellen die Sohle nicht ganz bis zum Rand ab, sind aber sehr unempfindlich gegen dünne Spitzen. PS zeigt, dass eine nichtmetallische Einlage auch die Prüfung mit dem dünneren Nagel bestanden hat. Mehr Details stehen in Durchtrittschutz P, PL und PS erklärt.

Zwei LOWA-Halbschuhe im Vergleich

Die Angaben stammen aus den Händlerlistings. Der Larrox Work GTX Lo ist als S3 CI ausgewiesen, der Renegade Work GTX Lo als S3S CI. Beide tragen das Kürzel CI für Kälteisolierung und laut Titel ein GORE-TEX-Futter. Welche Normfassung jeweils zugrunde liegt, steht auf dem Etikett im Schuh.

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So wählen Sie die passende Variante

Eine Übersicht über metallfreie Modelle finden Sie im Ratgeber metallfreie Sicherheitsschuhe. Für allgemeine S3-Schuhe hilft die besten S3-Sicherheitsschuhe.

  • Arbeiten mit Metalldetektor oder Sicherheitsschleuse: auf metallfreie Bauweise achten, also PL oder PS und Kunststoffkappe.
  • Dünne, spitze Gegenstände wie Drahtstifte oder Tackerklammern am Boden: S3 mit P oder S3S mit PS erwägen und mit dem Arbeitgeber abklären.
  • Viel Knien, Hocken und Gehen: Flexibilität der Sohle beim Anprobieren prüfen.
  • Kälte im Winter: Zusatzzeichen CI beachten, unabhängig von der Variante.

Woran Sie die Variante am Schuh erkennen

Von außen sieht man die Einlage nicht. Verlässlich ist nur die Kennzeichnung, die bei den meisten Modellen auf der Innenseite der Lasche eingenäht oder aufgedruckt ist. Dort stehen die Norm mit Jahreszahl, die Klasse und die Zusatzzeichen. Steht dort EN ISO 20345:2022 und S3S, handelt es sich um eine nichtmetallische Einlage mit PS-Prüfung. Steht dort die Jahreszahl 2011 und S3, verrät das Etikett die Art der Einlage nicht.

In diesem Fall hilft das Datenblatt des Herstellers, das meist angibt, ob eine Stahlzwischensohle oder eine textile Einlage verbaut ist. Wie Sie das Etikett insgesamt lesen, zeigt Kennzeichnung im Sicherheitsschuh lesen.

Wer die Variante vorgibt

Ob eine bestimmte Durchtrittschutzvariante gefordert ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung Ihres Betriebs. Die Anforderungen unterscheiden sich je nach Branche und Berufsgenossenschaft, Hinweise gibt die DGUV Regel 112-191. Häufig steht in Betriebsanweisungen nur S3, dann klärt die Fachkraft für Arbeitssicherheit, ob L oder S zulässig ist.

Schuhe nach der älteren Normfassung sind nicht automatisch unzulässig. Zertifikate bleiben bis zum Ablauf ihrer Gültigkeit bestehen. Was sich sonst mit der Überarbeitung geändert hat, beschreibt EN ISO 20345:2022: was sich geändert hat.

Hinweis:Kein Durchtrittschutz verhindert jede Verletzung durch spitze Gegenstände. Die Prüfungen bilden definierte Laborbedingungen ab. Halten Sie sich an die Vorgaben Ihres Arbeitgebers.

Häufige Fragen

Ist S3S besser als S3? Nicht pauschal. S3S bedeutet eine nichtmetallische Einlage, die mit dem dünneren Nagel geprüft wurde. S3 ohne Zusatz hat seit 2022 eine metallische Einlage. Beide erfüllen die S3-Anforderungen.

Ist S3L schlechter als S3S? S3L wurde mit dem 4,5-Millimeter-Nagel geprüft, S3S zusätzlich mit dem 3-Millimeter-Nagel. Ob L an Ihrem Arbeitsplatz genügt, klärt der Arbeitgeber.

Hat ein alter S3-Schuh eine Stahlsohle? Nicht unbedingt. Nach der Fassung von 2011 konnte S3 sowohl Stahl als auch Textil enthalten. Genaueres steht im Datenblatt des Herstellers.

Sind S3S-Schuhe metallfrei? Die Einlage ja, die Kappe nicht zwingend. Für komplett metallfreie Schuhe muss auch die Kappe aus Kunststoff oder Verbundmaterial sein.

Was Sie dafür brauchen