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Ratgeber

Kennzeichnung im Sicherheitsschuh lesen

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Wer wissen will, was ein Sicherheitsschuh kann, sollte nicht auf den Karton oder die Werbung schauen, sondern auf das Etikett im Schuh. Dort steht verbindlich, nach welcher Norm und in welcher Klasse er geprüft wurde. Diese Seite erklärt das Etikett Feld für Feld, zeigt häufige Zusatzzeichen, erklärt die Unterschiede zwischen alter und neuer Normfassung und gibt Tipps, wenn das Etikett ausgewaschen oder unleserlich ist. Sie hilft beim Kauf, bei der Kontrolle im Betrieb und beim Abgleich mit den Vorgaben Ihres Arbeitgebers.

Wo sich das Etikett befindet

Bei den meisten Sicherheitsschuhen ist die Kennzeichnung auf der Innenseite der Lasche eingenäht oder aufgedruckt. Bei manchen Modellen sitzt sie im Schaft, an der Innenseite neben dem Knöchel oder bei Gummistiefeln eingeprägt im Material. Die Angaben müssen dauerhaft und lesbar angebracht sein.

Zusätzlich liegt jedem Schuh eine Herstellerinformation bei. Sie erklärt die Kennzeichnung, nennt Einsatzgrenzen, Pflegehinweise und Angaben zu Einlagen. Diese Information sollten Sie aufheben, denn sie ist für die Auswahl und die Unterweisung im Betrieb wichtig.

Das Etikett Feld für Feld

Ein typisches Etikett nach EN ISO 20345:2022 enthält die folgenden Angaben. Reihenfolge und Gestaltung unterscheiden sich je nach Hersteller, die Inhalte sind aber festgelegt.

Norm und Jahreszahl richtig deuten

Die Normnummer verrät den Schuhtyp. 20345 steht für Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappe für 200 Joule, 20347 für Berufsschuhe ohne Kappe. Den Unterschied erklärt Sicherheitsschuhe oder Arbeitsschuhe.

Die Jahreszahl zeigt die Fassung. Bei EN ISO 20345:2011 finden Sie Kürzel wie SRC und nur S3 ohne L oder S. Bei EN ISO 20345:2022 stehen SR, gegebenenfalls S3L oder S3S und mögliche neue Klassen wie S7. Was sich zwischen beiden Fassungen geändert hat, beschreibt EN ISO 20345:2022: was sich geändert hat.

Häufige Zusatzzeichen

ESD steht häufig mit auf dem Etikett oder als eigenes Symbol, gehört aber nicht zur Sicherheitsschuhnorm, sondern zu EN 61340-5-1. Was das bedeutet, steht in ESD erklärt. Alle Kürzel können Sie im S-Klassen-Decoder einzeln nachschlagen.

  • SR: erhöhte Rutschhemmung, seit 2022 (früher SRA, SRB, SRC)
  • HRO: Laufsohle hält kurzzeitigen Kontakt mit heißen Flächen aus
  • CI: Kälteisolierung, HI: Wärmeisolierung
  • WR: ganzer Schuh wasserdicht
  • M: Mittelfußschutz, AN: Knöchelschutz
  • CR: schnitthemmendes Obermaterial
  • FO: Laufsohle beständig gegen Kraftstoff und Öl
  • LG und SC: Leitergriff und Abriebschutz der Spitze, neu seit 2022

Kürzel im S-Klassen-Decoder nachschlagen →

Das Herstelldatum und was es aussagt

Das Herstelldatum zeigt, wann der Schuh produziert wurde. Eine feste Ablauffrist für Sicherheitsschuhe gibt die Norm nicht vor. Materialien wie PU in der Sohle können aber mit der Zeit altern, auch wenn der Schuh nur im Regal steht. Manche Hersteller nennen in ihrer Information Hinweise zur Lagerdauer.

Bei neu gekauften Schuhen lohnt ein Blick aufs Datum, besonders bei Restposten. Wann getragene Schuhe ersetzt werden sollten, beschreibt Sicherheitsschuhe wann tauschen.

Etikett mit der Vorgabe abgleichen

Ist das Etikett ausgewaschen oder abgerissen, lassen sich Klasse und Norm oft über die Modellbezeichnung und das Datenblatt des Herstellers nachvollziehen. Im Betrieb sollten Sie einen Schuh ohne lesbare Kennzeichnung aber mit Ihrem Arbeitgeber abklären. Passende Modelle mit klarer Kennzeichnung finden Sie im Ratgeber die besten S3-Sicherheitsschuhe.

  1. 1

    Fragen Sie nach, welche Klasse und welche Zusatzzeichen Ihr Arbeitgeber vorschreibt.

  2. 2

    Prüfen Sie Normnummer und Klasse auf dem Etikett.

  3. 3

    Kontrollieren Sie, ob alle geforderten Zusatzzeichen wie SR, ESD oder CI vorhanden sind.

  4. 4

    Heben Sie die Herstellerinformation auf und legen Sie sie bei Fragen der Fachkraft für Arbeitssicherheit vor.

Hinweis:Die Kennzeichnung zeigt bestandene Prüfungen, sie verspricht keinen Schutz vor jeder Verletzung. Welche Angaben an Ihrem Arbeitsplatz gefordert sind, legt der Arbeitgeber fest.

Häufige Fragen

Was bedeutet S3 SRC auf meinem Schuh? Der Schuh ist nach der Fassung von 2011 in Klasse S3 geprüft und hat die Rutschprüfungen auf Fliese und Stahl bestanden. Seit 2022 wird stattdessen SR verwendet.

Steht die Kappenart auf dem Etikett? Nein. Ob die Kappe aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff ist, steht in der Produktbeschreibung oder im Datenblatt. Siehe Stahlkappe oder Kunststoffkappe.

Warum fehlt bei meinem Schuh das CE-Zeichen? Sicherheitsschuhe für den europäischen Markt müssen das CE-Zeichen tragen. Fehlt es, fragen Sie beim Händler oder Hersteller nach, bevor Sie den Schuh bei der Arbeit tragen.

Kann ich ein unleserliches Etikett ersetzen lassen? In der Regel nicht. Bewahren Sie Kaufbeleg und Herstellerinformation auf, damit sich das Modell auch später zuordnen lässt.

Was Sie dafür brauchen