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Ratgeber

Arbeitsschuhe von der Steuer absetzen

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Viele Beschäftigte kaufen ihre Sicherheitsschuhe selbst, etwa weil sie ein bestimmtes Modell möchten oder der Arbeitgeber nur ein Grundmodell stellt. Dann stellt sich die Frage, ob die Kosten in der Steuererklärung berücksichtigt werden. Dieser Beitrag erklärt die Grundsätze für Deutschland, was als typische Berufskleidung gilt und welche Belege Sie aufheben sollten. Er ersetzt keine Steuerberatung. Bei Fragen zu Ihrem Fall helfen Steuerberater oder Lohnsteuerhilfevereine.

Typische Berufskleidung als Werbungskosten

Das Einkommensteuergesetz erlaubt den Abzug von Aufwendungen für typische Berufskleidung als Werbungskosten. Typisch ist Kleidung, die fast ausschließlich für die berufliche Tätigkeit bestimmt ist und sich kaum privat nutzen lässt. Schutzkleidung wie Sicherheitsschuhe mit Zehenschutzkappe wird von den Finanzämtern in der Regel so eingeordnet.

Bei normalen Arbeitsschuhen ohne Schutzfunktion ist das schwieriger. Bequeme Schuhe, die auch privat getragen werden könnten, gelten meist nicht als typische Berufskleidung, auch wenn Sie sie nur bei der Arbeit tragen. Je klarer die Schutzfunktion, desto eher wird der Abzug anerkannt.

Wann ein Abzug ausgeschlossen ist

Absetzen können Sie nur Kosten, die Sie tatsächlich selbst getragen haben. Stellt der Arbeitgeber die Schuhe oder erstattet er den Kaufpreis, entfällt der Abzug. Bei einem teilweisen Zuschuss zählt nur Ihr Eigenanteil.

Ist Fußschutz am Arbeitsplatz vorgeschrieben, muss der Arbeitgeber ihn grundsätzlich bezahlen. Wenn Sie trotzdem selbst kaufen, sprechen Sie zuerst mit dem Arbeitgeber über eine Erstattung. Mehr dazu im Beitrag Wann Sicherheitsschuhe Pflicht sind.

  • Arbeitgeber stellt die Schuhe kostenlos
  • Arbeitgeber erstattet den Kaufpreis vollständig
  • Schuhe ohne Schutzfunktion, die auch privat nutzbar sind
  • Fehlender Nachweis über Kauf und Zahlung

Welche Belege Sie brauchen

Heben Sie die Rechnung auf, aus der Händler, Datum, Artikel und Betrag hervorgehen. Bei Online-Käufen reicht meist die Rechnung als PDF. Hilfreich ist, wenn die Artikelbezeichnung die Schutzklasse enthält, etwa S3 oder S1P. Notieren Sie im Zweifel die Normangabe vom Etikett.

Das Finanzamt fordert Belege nicht immer an, kann sie aber nachfordern. Bewahren Sie die Unterlagen deshalb gemeinsam mit Ihren übrigen Steuerunterlagen auf.

  1. 1

    Rechnung mit Artikelbezeichnung und Klasse sichern

  2. 2

    Prüfen, ob der Arbeitgeber etwas erstattet hat

  3. 3

    Betrag in der Anlage N bei den Werbungskosten unter Arbeitsmittel oder Berufskleidung eintragen

  4. 4

    Kurze Erläuterung ergänzen, zum Beispiel Sicherheitsschuhe S3 für die Tätigkeit auf der Baustelle

  5. 5

    Beleg aufbewahren, falls das Finanzamt nachfragt

Der Arbeitnehmer-Pauschbetrag

Jeder Arbeitnehmer bekommt automatisch einen Pauschbetrag für Werbungskosten angerechnet. Einzelne Ausgaben wirken sich nur dann aus, wenn Ihre gesamten Werbungskosten diesen Betrag übersteigen. Zu den Werbungskosten zählen zum Beispiel auch Fahrtkosten zur Arbeit, Fachliteratur, Arbeitsmittel und Fortbildungen.

Ein einzelnes Paar Sicherheitsschuhe reicht daher selten allein aus, um einen Vorteil zu erzielen. Zusammen mit der Entfernungspauschale oder anderen Ausgaben kann der Pauschbetrag aber schnell überschritten werden. Tragen Sie die Kosten deshalb trotzdem ein. Die aktuelle Höhe des Pauschbetrags finden Sie in den Erläuterungen zur Steuererklärung.

Pflege und Reinigung

Neben dem Kauf können auch Kosten für Reparatur und Pflege typischer Berufskleidung Werbungskosten sein, etwa Imprägnierspray oder Schuhcreme für die Sicherheitsschuhe. Hier sind die Beträge meist klein, und die Abgrenzung zur privaten Nutzung muss erkennbar sein.

Wie Sie die Schuhe richtig pflegen, zeigt der Beitrag Sicherheitsschuhe reinigen und pflegen. Gute Pflege verlängert die Nutzungsdauer und reduziert die Zahl der Neukäufe.

Österreich und Schweiz

In Österreich können Aufwendungen für typische Berufskleidung ebenfalls als Werbungskosten geltend gemacht werden, wenn sie nicht ersetzt werden. Auch dort gibt es eine Pauschale, die erst überschritten werden muss. In der Schweiz sind Berufskosten je nach Kanton unterschiedlich geregelt, oft mit Pauschalen.

Weil die Regeln sich unterscheiden und regelmäßig ändern, lohnt sich ein Blick in die offiziellen Erläuterungen oder eine Beratung. Wer noch das passende Modell sucht, findet eine Auswahl im Ratgeber Die besten S3-Sicherheitsschuhe.

Hinweis:Diese Informationen sind allgemein und ersetzen keine Steuerberatung. Für Ihren Einzelfall wenden Sie sich an einen Steuerberater, einen Lohnsteuerhilfeverein oder Ihr Finanzamt.

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Selbstständige und Unternehmer

Für Selbstständige gelten andere Regeln. Sie können Sicherheitsschuhe, die sie für ihre betriebliche Tätigkeit kaufen, als Betriebsausgabe geltend machen. Auch hier sollte die Schutzfunktion klar erkennbar und ein Beleg vorhanden sein. Kaufen Arbeitgeber Schuhe für ihre Beschäftigten, sind das ebenfalls Betriebsausgaben, und für die Beschäftigten entsteht in der Regel kein steuerpflichtiger Vorteil, wenn es sich um Schutzausrüstung handelt.

Häufige Fragen

Kann ich Sicherheitsschuhe absetzen, wenn ich sie auch privat trage? Gelegentliche private Nutzung im Garten ändert an der Einordnung meist wenig, entscheidend ist die berufliche Bestimmung. Im Einzelfall entscheidet das Finanzamt.

Muss ich den Beleg mit der Steuererklärung einreichen? In der Regel nicht. Sie sollten ihn aber aufbewahren und auf Nachfrage vorlegen können.

Gilt das auch für Azubis? Ja, auch Auszubildende können Werbungskosten angeben. Ob es sich auswirkt, hängt vom Einkommen ab.

Was ist mit Einlagen für Sicherheitsschuhe? Orthopädische Einlagen können je nach Situation über andere Kostenträger laufen. Klären Sie das vorab mit dem Arbeitgeber, siehe auch Weitensystem bei Sicherheitsschuhen.

Was Sie dafür brauchen