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Ratgeber

Weitensystem bei Sicherheitsschuhen

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Ein Sicherheitsschuh hat eine starre Zehenschutzkappe. Ist er zu schmal, drückt er dauerhaft, denn die Kappe gibt nicht nach. Deshalb bieten viele Marken ihre Schuhe in mehreren Weiten an. Dieser Beitrag erklärt, wie das Weitensystem aufgebaut ist, warum die Angaben je Hersteller abweichen, wie Sie Ihren Ballenumfang messen und welche Weite für Einlagen oder breite Füße infrage kommt.

So ist das Weitensystem aufgebaut

Die Länge eines Schuhs wird in der Schuhgröße angegeben, die Breite und das Volumen im Ballenbereich in der Weite. Bei Sicherheitsschuhen hat sich eine Zählung mit Zahlen durchgesetzt. Höhere Zahlen bedeuten mehr Umfang am Ballen und meist auch etwas mehr Volumen im Vorfuß.

Nicht jeder Hersteller nutzt alle Stufen. Manche Modelle gibt es nur in einer Standardweite, andere in drei oder vier Weiten. Bei Sneaker-Modellen ist das Angebot oft kleiner als bei klassischen Arbeitsschuhen.

Warum Weite 11 nicht überall gleich ist

Eine verbindliche Norm für die Weitenangabe bei Sicherheitsschuhen gibt es nicht. Jeder Hersteller baut seine Leisten selbst und legt fest, welcher Ballenumfang zu welcher Weite gehört. Hinzu kommt, dass Leistenformen unterschiedlich sind: Manche sind vorn eher spitz, andere rund und hoch.

Wer bei einer Marke gut in Weite 11 passt, sollte bei einem Markenwechsel deshalb neu vergleichen. Auch die Form der Zehenschutzkappe spielt eine Rolle, denn sie bestimmt, wie viel Platz die Zehen in der Höhe und seitlich haben.

Ballenumfang messen

Für den Ballenumfang brauchen Sie ein flexibles Maßband. Messen Sie am Abend, wenn die Füße etwas angeschwollen sind, und tragen Sie dabei die Socken, die Sie auch bei der Arbeit tragen.

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    Stellen Sie sich barfuß oder in Arbeitssocken aufrecht hin und verteilen Sie das Gewicht gleichmäßig.

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    Legen Sie das Maßband um die breiteste Stelle des Vorfußes, vom Großzehenballen zum Kleinzehenballen.

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    Ziehen Sie das Band anliegend, aber nicht fest, und lesen Sie den Wert in Zentimetern ab.

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    Messen Sie beide Füße und nehmen Sie den größeren Wert.

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    Vergleichen Sie den Wert mit der Weitentabelle des Herstellers für Ihre Schuhgröße.

Einlagen und orthopädische Versorgung

Wer Einlagen trägt, braucht oft eine Weite mehr, weil die Einlage Volumen im Schuh einnimmt. Bei Sicherheitsschuhen gilt zusätzlich: Orthopädische Einlagen oder Schuhzurichtungen müssen zusammen mit dem jeweiligen Schuhmodell geprüft sein, sonst kann die Konformität verloren gehen. Die DGUV Regel 112-191 beschreibt dieses Vorgehen. Viele Hersteller haben dafür Systeme mit Partnern im Orthopädie-Schuhhandwerk.

Sprechen Sie mit Ihrem Orthopädieschuhtechniker und dem Arbeitgeber, bevor Sie eigene Einlagen in Sicherheitsschuhe legen. Je nach Situation kommen auch andere Kostenträger infrage, das klärt der Arbeitgeber oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Hinweis:Legen Sie keine beliebigen Einlagen in Sicherheitsschuhe. Nur vom Hersteller freigegebene oder gemeinsam mit dem Schuh zertifizierte Einlagen sind zulässig.

Größe und Weite zusammen finden

Größe und Weite hängen zusammen. Ist ein Schuh zu schmal, greifen viele zur nächsten Größe. Dann rutscht aber die Ferse, und die Biegezone des Schuhs liegt nicht mehr unter dem Fußballen. Besser ist es, die passende Länge zu wählen und die Weite anzupassen.

Unsere Größen- und Weitentabelle rechnet Ihre Fußlänge in eine EU-Größe um und gibt Hinweise zur Weite. Wie Sie dabei vorgehen, zeigt der Beitrag Schuhgröße für Sicherheitsschuhe messen. Wenn Ihr Schuh bereits drückt, finden Sie Ursachen unter Sicherheitsschuhe drücken an den Zehen. Modelle in mehreren Weiten finden Sie zum Beispiel im Ratgeber uvex-Sicherheitsschuhe.

Größe und Weite berechnen →

Anzeichen für die falsche Weite

Eine zu schmale Weite zeigt sich häufig durch Druck an den Kleinzehen, Taubheitsgefühle im Vorfuß oder Blasen an den Ballen. Die Zehen werden dann seitlich gegen die Kante der Zehenschutzkappe gedrückt. Manche Träger lockern die Schnürung im Vorfuß, was den Halt verschlechtert und das Problem nicht löst.

Eine zu große Weite ist seltener ein Thema, kommt aber bei schmalen Füßen vor. Der Fuß rutscht im Schuh nach vorn, die Zehen stoßen beim Gehen gegen die Kappe, und an der Ferse entsteht Reibung. In diesem Fall kann eine schmalere Weite oder ein Modell mit anderer Leiste besser passen als eine dickere Socke.

Häufige Fragen

Welche Weite ist Standard? Bei vielen Herstellern gilt Weite 11 als normale Weite. Viele Modelle werden ausschließlich in dieser Weite angeboten.

Was bedeutet Weite 13? Weite 13 steht bei den meisten Marken für extra breit. Sie eignet sich für sehr breite Vorfüße oder wenn Einlagen zusätzlichen Platz brauchen.

Kann ich die Weite an einem bestehenden Schuh ändern lassen? Ein Weiten des Obermaterials ist bei Sicherheitsschuhen kaum möglich, weil die Kappe starr ist. Fragen Sie besser nach einem Modell in größerer Weite.

Gilt die Weitenangabe auch für Damenmodelle? Damenmodelle haben oft eigene, schmalere Leisten. Eine Übersicht bietet der Ratgeber S3-Sicherheitsschuhe für Damen.

Was Sie dafür brauchen