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Ratgeber

Öl- und chemikalienbeständige Sicherheitsschuhe

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In Kfz-Werkstätten, an Tankstellen, in der Metallbearbeitung, in Raffinerien und in der chemischen Industrie kommen Sicherheitsschuhe mit Öl, Kraftstoff und Chemikalien in Kontakt. Viele Sohlen quellen auf, werden rissig oder verlieren ihre Rutschhemmung. Diese Seite erklärt, was die Kennzeichnung FO bedeutet, was sich mit der Normrevision 2022 geändert hat, welche Schuhe gegen Chemikalien geprüft sind und worauf Sie bei Auswahl und Pflege achten sollten.

FO: ölbeständige Laufsohle

FO steht für Fuel Oil, also Kraftstoff und Öl. Ein Schuh mit dieser Kennzeichnung hat eine Laufsohle, die bei der Prüfung in einer Kohlenwasserstoffflüssigkeit nur in einem begrenzten Maß aufquillt oder schrumpft. So bleibt die Sohle formstabil und behält ihre Eigenschaften, wenn sie mit Öl oder Diesel in Kontakt kommt.

In der Ausgabe von 2011 war die Ölbeständigkeit der Laufsohle bei den meisten Klassen Grundanforderung. Seit EN ISO 20345:2022 ist FO eine optionale Zusatzanforderung. Ein Schuh nach neuer Norm ist also nur dann geprüft ölbeständig, wenn FO auf dem Etikett steht. Die Änderungen erklärt der Artikel neue Norm für Sicherheitsschuhe.

Wo FO wichtig ist

In diesen Bereichen sollten Sie auf FO achten, wenn die Gefährdungsbeurteilung Kontakt mit Kraftstoffen oder Ölen ergibt. Eine Übersicht über typische Anforderungen nach Branche bietet der Artikel Welche Sicherheitsschuhe für welchen Beruf.

  • Kfz-Werkstätten und Nutzfahrzeugwerkstätten
  • Tankstellen und Tanklager
  • Metallbearbeitung mit Kühlschmierstoffen
  • Landmaschinen und Baumaschinen
  • Logistik mit Gabelstaplern und Öl auf dem Boden

Chemikalienschutz nach EN 13832

Gegen Säuren, Laugen und andere Chemikalien reicht FO nicht. Dafür gibt es die Normenreihe EN 13832, die Schuhe zum Schutz gegen Chemikalien beschreibt. Geprüft wird unter anderem, ob Obermaterial und Sohle gegen bestimmte Prüfchemikalien beständig sind und ob Chemikalien durch das Material dringen. Die Norm unterscheidet zwischen Schuhen, die gegen Spritzer schützen, und Schuhen mit höherem Schutz, etwa bei längerem Kontakt.

Schuhe nach EN 13832 sind häufig Stiefel aus Gummi oder Polymeren, also Klasse S4 oder S5 nach EN ISO 20345, weil diese Materialien gegen viele Chemikalien gut beständig sind. Lederschuhe sind für Chemikalienkontakt meist ungeeignet.

Hinweis:Die Beständigkeit gilt nur gegen die geprüften Chemikalien. Fragen Sie beim Hersteller nach der Liste der geprüften Stoffe und gleichen Sie sie mit den Stoffen an Ihrem Arbeitsplatz ab.

Öl und Rutschhemmung

Öl auf dem Boden ist vor allem eine Rutschgefahr. Die Rutschhemmung nach EN ISO 20345 wird auf Fliesen mit Reinigungsmittel geprüft, die Zusatzanforderung SR zusätzlich mit Glycerin, das Öl ähnlich wirkt. Auf stark verölten Böden bleibt trotzdem Vorsicht geboten, denn keine Sohle hält auf jedem Ölfilm sicher.

Eine ölbeständige Sohle hilft indirekt, weil sie ihr Profil und ihre Weichheit behält. Wie die Rutschhemmung geprüft wird, erklärt der Artikel Rutschhemmung SR erklärt.

Sohlenmaterialien und Öl

Nitrilgummi gilt als besonders beständig gegen Öl und Kraftstoff und ist häufig bei FO- und HRO-Sohlen zu finden. Viele PU-Sohlen sind ebenfalls ölbeständig. Einfache Gummimischungen und manche EVA-Schäume können dagegen aufquellen. Welche Sohle welche Vorteile hat, beschreibt der Artikel Laufsohlen von Sicherheitsschuhen.

Beim Obermaterial ist Glattleder gegen Ölspritzer recht widerstandsfähig, wenn es gepflegt ist. Textil saugt Öl auf und wird schnell fleckig. Für Werkstätten wählen viele deshalb Leder oder beschichtete Materialien, siehe Leder oder Textil.

Pflege nach Kontakt mit Öl und Chemikalien

Ein Schuh, dessen Sohle aufgequollen, rissig oder klebrig geworden ist, sollte ersetzt werden. Hinweise gibt der Artikel Wann Sicherheitsschuhe tauschen.

  1. 1

    Öl und Chemikalienreste so schnell wie möglich abwischen.

  2. 2

    Mit lauwarmem Wasser und mildem Reinigungsmittel nachreinigen, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt.

  3. 3

    Sohle auf Quellungen, Risse und weiche Stellen prüfen.

  4. 4

    Leder nach dem Trocknen pflegen.

  5. 5

    Bei Chemikalienschutzstiefeln die Herstellerangaben zur Dekontamination beachten.

Passende Modelle finden

Für Werkstatt und Industrie mit Ölkontakt eignen sich robuste S3-Schuhe mit FO und SR, oft mit Leder- oder Mikrofaserobermaterial. Prüfen Sie die Kennzeichnung auf dem Etikett, denn die Angabe FO ist seit 2022 nicht mehr selbstverständlich. Eine Auswahl robuster Modelle zeigt der Ratgeber die besten S3-Sicherheitsschuhe. Für Bereiche mit Nässe und Spritzern sind die Modelle aus dem Ratgeber wasserdichte S3-Sicherheitsschuhe einen Blick wert.

Robuste S3-Schuhe ansehen →

Gummistiefel für Chemie und Nässe

Wo regelmäßig mit Flüssigkeiten gearbeitet wird, etwa in Reinigungsbetrieben, Galvanik, Lebensmittelindustrie oder Landwirtschaft, sind Sicherheitsgummistiefel der Klassen S4 und S5 verbreitet. S5 enthält einen Durchtrittschutz und eine Profilsohle. Ob ein Stiefel gegen die Stoffe an Ihrem Arbeitsplatz geprüft ist, steht in den Herstellerangaben.

Häufige Fragen

Sind alle Sicherheitsschuhe ölbeständig? Nach der Norm von 2022 nicht automatisch. Nur Schuhe mit der Kennzeichnung FO sind geprüft ölbeständig.

Was ist der Unterschied zwischen FO und Chemikalienschutz? FO betrifft die Laufsohle und Kohlenwasserstoffe. Chemikalienschutz nach EN 13832 prüft den ganzen Schuh gegen bestimmte Chemikalien.

Sind S5-Gummistiefel chemikalienbeständig? Viele sind gegen bestimmte Stoffe beständig, aber nicht gegen alle. Entscheidend sind die geprüften Chemikalien laut Hersteller.

Gilt ein alter Schuh nach Norm 2011 als ölbeständig? Bei den meisten Klassen war die Ölbeständigkeit der Sohle damals Grundanforderung. Prüfen Sie das Etikett und die Herstellerangaben.

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