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Ratgeber

Laufsohlen von Sicherheitsschuhen: PU, TPU und Gummi

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Die Sohle entscheidet mit darüber, wie bequem ein Sicherheitsschuh ist, wie lange er hält und wie gut er auf nassem Boden, auf Schotter oder auf heißem Untergrund funktioniert. In Produktbeschreibungen tauchen Abkürzungen wie PU, TPU, PUR oder Nitril auf. Diese Seite erklärt, was hinter den Materialien steckt, welche Vor- und Nachteile sie haben, welche Kennzeichnungen nach EN ISO 20345 mit der Sohle zusammenhängen und welches Material zu welchem Einsatz passt.

Der Aufbau einer Sohle

Eine Sicherheitsschuhsohle besteht meist aus mehreren Schichten. Die Laufsohle hat Kontakt zum Boden und bestimmt Grip und Abrieb. Die Zwischensohle sorgt für Dämpfung. Darüber liegen gegebenenfalls der Durchtrittschutz und die Brandsohle, auf der die herausnehmbare Einlegesohle liegt.

Bei vielen Schuhen sind Lauf- und Zwischensohle aus unterschiedlichen Materialien. Man spricht dann von Zweischichtsohlen oder Kombinationen wie PU/Gummi oder PU/TPU. Den Aufbau zeigt das Schnittbild.

Die Materialien im Vergleich

Die Angaben sind allgemeine Eigenschaften der Materialien. Wie sich eine Sohle im Einzelfall verhält, hängt von Mischung, Profil und Konstruktion ab.

PU: leicht und dämpfend

Polyurethan, oft als PU oder PUR bezeichnet, ist das häufigste Material bei leichten Sicherheitsschuhen. Es wird geschäumt, ist dadurch leicht und federt gut. Auf glatten Hallenböden bietet PU meist eine gute Rutschhemmung. Viele Hallen- und Sportmodelle setzen deshalb auf PU, teils in zwei Dichten mit weicher Zwischen- und festerer Laufsohle.

PU hat zwei Schwächen. Bei Kontakt mit heißen Flächen wird es weich, deshalb erreichen reine PU-Sohlen kein HRO. Außerdem kann PU durch Hydrolyse altern: Bei langer Lagerung, besonders in feuchter Wärme, wird das Material brüchig und kann zerfallen. Kaufen Sie deshalb keine Schuhe auf Vorrat für viele Jahre und prüfen Sie das Herstelldatum auf dem Etikett.

TPU: robust und abriebfest

Thermoplastisches Polyurethan, kurz TPU, ist dichter und härter als geschäumtes PU. Es ist sehr abriebfest und widerstandsfähig gegen Schnitte und Kanten. Als Laufsohle unter einer PU-Zwischensohle verlängert es die Lebensdauer des Schuhs, etwa bei Arbeit auf rauem Beton oder Schotter.

TPU ist etwas schwerer und bei Kälte steifer als PU. Viele Hersteller nutzen es in Kombination, um Dämpfung und Robustheit zu verbinden.

Gummi und Nitril: Grip und Hitze

Gummisohlen bieten guten Grip auf unterschiedlichen Untergründen und bleiben auch bei Kälte flexibel. Sie halten kurzzeitigen Kontakt mit heißen Flächen aus und erreichen deshalb häufig die Zusatzanforderung HRO, geprüft bei 300 Grad Celsius. Nitrilgummi ist zusätzlich besonders beständig gegen Öle und Kraftstoffe.

Gummi ist schwerer als PU und dämpft weniger. Deshalb kombinieren viele Hersteller eine Gummilaufsohle mit einer PU-Zwischensohle. Für Schweißen, Dacharbeiten mit Bitumen und Asphaltbau ist eine Gummisohle mit HRO die übliche Wahl, siehe Sicherheitsschuhe zum Schweißen.

Sohle und Kennzeichnungen

Diese Zeichen stehen auf dem Etikett und sagen mehr über die Sohle als die Materialangabe allein. Mehr dazu in den Artikeln Rutschhemmung SR erklärt und öl- und chemikalienbeständige Sicherheitsschuhe.

  • SR: Rutschhemmung auf Fliesen mit Glycerin, zusätzlich zur Grundprüfung
  • HRO: Laufsohle hält Kontakt mit heißer Fläche aus
  • FO: Laufsohle beständig gegen Kraftstoff und Öl, seit 2022 optional
  • CI und HI: Kälte- und Wärmeisolierung des Sohlenaufbaus
  • Profilsohle: Pflicht ab S3 und bei S5

Weiche oder feste Sohle

Eine weiche Sohle fühlt sich beim Stehen auf Beton angenehm an und wird oft für lange Schichten gewünscht. Auf unebenem Boden kann sie aber seitlich nachgeben, siehe Umknickschutz bei Sicherheitsschuhen. Eine festere Sohle gibt mehr Stabilität und hält länger, dämpft aber weniger.

Für Halle und Logistik mit viel Gehen sind leichte PU-Sohlen beliebt, siehe leichte S3-Sicherheitsschuhe. Für Baustelle und Gelände eignen sich Kombinationen mit Gummi oder TPU, siehe die besten S3-Sicherheitsstiefel.

Leichte Schuhe mit PU-Sohle ansehen →

Welche Sohle für welchen Einsatz

  • Halle, Logistik, Montage: PU oder PU/TPU
  • Baustelle, Gelände: PU/Gummi oder Gummi mit grobem Profil
  • Schweißen, Bitumen, Asphalt: Gummi oder Nitril mit HRO
  • Werkstatt mit Öl: Nitril oder PU mit FO
  • Winter im Freien: Gummi mit CI, flexibel auch bei Kälte

Häufige Fragen

Warum zerbröselt meine alte PU-Sohle? PU kann durch Hydrolyse altern, besonders bei langer Lagerung in feuchter Wärme. Solche Schuhe sind nicht mehr zu verwenden.

Welche Sohle ist am leichtesten? Geschäumtes PU. Gummi und TPU sind schwerer.

Brauche ich HRO? Nur, wenn Sie mit heißen Oberflächen in Kontakt kommen, etwa beim Schweißen oder bei Asphaltarbeiten.

Was bedeutet PUR in Produktbeschreibungen? PUR ist eine andere Abkürzung für Polyurethan und meint in der Regel dasselbe wie PU.

Was Sie dafür brauchen