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Ratgeber

Welche Sicherheitsschuhe für welchen Beruf

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Wer einen neuen Job beginnt oder die Branche wechselt, steht oft vor der Frage, welcher Sicherheitsschuh der richtige ist. Dieser Beitrag gibt eine Orientierung für typische Berufe und Arbeitsumgebungen. Er zeigt, welche Klassen nach EN ISO 20345:2022 und welche Zusatzzeichen dort häufig gefordert werden und warum. Die Tabelle ersetzt keine Vorgabe: Was an Ihrem Arbeitsplatz gilt, legt der Arbeitgeber fest, beraten von der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Die Klassen in Kürze

Alle Sicherheitsschuhe nach EN ISO 20345 haben eine Zehenschutzkappe. Die Klassen bauen aufeinander auf: SB ist die Grundanforderung, S1 ergänzt geschlossene Ferse, Antistatik und Energieaufnahme im Fersenbereich. S1P fügt einen Durchtrittschutz hinzu, S2 ein wasserabweisendes Obermaterial. S3 vereint Durchtrittschutz, wasserabweisendes Obermaterial und Profilsohle. Seit 2022 gibt es zusätzlich S6 und S7 mit wasserdichtem Gesamtschuh.

Beim Durchtrittschutz unterscheidet die neue Norm Metall (P) und nichtmetallische Einlagen mit zwei Prüfnägeln (PL und PS). Daraus ergeben sich Kennzeichnungen wie S1PS oder S3S. Den vollständigen Überblick zeigt der Beitrag Sicherheitsklassen im Überblick, den schnellen Abgleich der S-Klassen-Decoder.

Übersicht nach Beruf

Die folgende Tabelle zeigt, was in den genannten Bereichen häufig gefordert ist. Sie ist eine Orientierung, kein Ersatz für die betriebliche Vorgabe.

Baustelle

Auf Baustellen liegen Nägel, Schrauben und Bewehrungsreste, der Boden ist uneben und oft nass. Deshalb wird dort meist S3 verlangt, also mit Durchtrittschutz, wasserabweisendem Obermaterial und Profilsohle. In vielen Betrieben ist ein knöchelhoher Stiefel üblich, weil er auf unebenem Gelände mehr seitlichen Halt bietet.

Wer mit heißem Asphalt arbeitet, achtet auf HRO für Kontaktwärme. Im Winter kommen CI-Stiefel mit Kälteisolierung infrage. Eine Auswahl finden Sie in den Ratgebern Die besten S3-Sicherheitsstiefel und Gefütterte S3-Winterstiefel. Den Unterschied zwischen Schuh und Stiefel erklärt Halbschuh oder Sicherheitsstiefel.

Lager und Logistik

Im Lager bewegen Sie sich viel auf glatten Hallenböden, Hubwagen und Paletten sind die Hauptgefahren für die Zehen. Ein Durchtrittschutz ist sinnvoll, wenn Nägel aus Paletten oder Verpackungsreste herumliegen. Viele Betriebe verlangen deshalb S1P oder S3 mit Rutschhemmung SR.

Weil im Lager oft lange Strecken gelaufen werden, sind leichte Halbschuhe und Sneaker beliebt. Eine Übersicht bietet der Ratgeber Sicherheitssneaker S1P und S3, leichte Modelle finden Sie unter Leichte S3-Sicherheitsschuhe. Wo Ladung auch draußen bewegt wird, ist S3 die praktischere Wahl, siehe S1P oder S3.

Kfz-Werkstatt und Industrie

In der Werkstatt sind Öl, Kraftstoff und Kühlmittel auf dem Boden die größte Rutschgefahr. Rutschhemmung SR und eine kraftstoffbeständige Laufsohle (FO) sind hier sinnvoll. FO ist seit der Normrevision 2022 eine Zusatzanforderung und nicht mehr in jeder Klasse enthalten, achten Sie also auf das Zeichen.

Auch in Metallverarbeitung und Maschinenbau sind S1P und S3 verbreitet. Bei Schweißarbeiten kommen hitzebeständige Sohlen (HRO) und geschlossene Schuhe ohne offene Schnürung hinzu. Für die Elektronikfertigung werden ESD-Schuhe verlangt, mehr dazu im Beitrag ESD und antistatisch erklärt und im Ratgeber ESD-Sicherheitsschuhe S3.

Elektro und metallfreie Arbeitsplätze

Elektroinstallateure arbeiten oft auf Baustellen und brauchen deshalb S3. Manche Betriebe bevorzugen metallfreie Schuhe mit Kunststoffkappe und textilem Durchtrittschutz. Wichtig: Normale Sicherheitsschuhe sind keine elektrisch isolierenden Schuhe. Für Arbeiten unter Spannung gelten eigene Regeln und eigene Schutzausrüstung.

Metallfreie Modelle sind außerdem dort gefragt, wo Metalldetektoren eingesetzt werden, etwa an Flughäfen oder in Teilen der Lebensmittelindustrie. Modelle stellt der Ratgeber Metallfreie Sicherheitsschuhe vor.

Hinweis:Sicherheitsschuhe schützen nicht vor elektrischem Schlag. Für Arbeiten an elektrischen Anlagen gelten eigene Vorschriften. Klären Sie die Anforderungen mit Ihrem Arbeitgeber und der Elektrofachkraft.

Pflege, Gesundheit und Sozialberufe

Auch außerhalb von Bau und Industrie gibt es Arbeitsplätze mit Fußschutz. In Krankenhäusern, Pflegeheimen und Laboren stehen meist Rutschgefahr und langes Stehen im Vordergrund. Dort werden häufig Berufsschuhe nach EN ISO 20347 getragen, in Bereichen mit schweren Geräten oder Transportwagen auch Sicherheitsschuhe mit Kappe. In Laboren mit empfindlicher Elektronik kommt ESD hinzu.

Hausmeister, Gebäudereiniger und Beschäftigte im Facility Management wechseln oft zwischen drinnen und draußen. Für sie ist ein leichter S3-Halbschuh mit SR ein häufiger Kompromiss. Wer viel Leitern und Treppen nutzt, achtet auf eine Sohle mit gut ausgeprägtem Absatz und festen Halt an der Ferse.

Häufige Fragen

Reicht S1 im Büro mit gelegentlichem Hallenbesuch? Für kurze Besuche in trockenen Hallen ist S1 oder S1P oft ausreichend. Verbindlich ist die Vorgabe des Betriebs.

Brauche ich auf der Baustelle zwingend einen Stiefel? Nicht immer. Viele Betriebe erlauben auch S3-Halbschuhe. Bei unebenem Gelände bieten Stiefel aber mehr Halt am Knöchel.

Was ist der Unterschied zwischen S3 und S3S? S3S kennzeichnet einen nichtmetallischen Durchtrittschutz, der mit einem dünneren Prüfnagel geprüft wurde. Details erklärt S3 oder S3S und S3L.

Wer entscheidet über die Klasse? Der Arbeitgeber auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung, siehe Wann Sicherheitsschuhe Pflicht sind.

Was Sie dafür brauchen