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Problemlösung

Sicherheitsschuhe drücken an den Zehen

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Druck an den Zehen ist eine der häufigsten Beschwerden bei Sicherheitsschuhen. Anders als bei Freizeitschuhen gibt der Vorderschuh nicht nach, denn dort sitzt die Zehenschutzkappe. Dieser Beitrag hilft Ihnen, die Ursache einzugrenzen: zu kurz, zu schmal, zu flach oder falsch geschnürt. Er zeigt, was Sie selbst tun können, wann ein anderes Modell nötig ist und wann Sie ärztlichen Rat einholen sollten.

Ursache eingrenzen

Wo genau der Druck auftritt, verrät viel über die Ursache. Achten Sie nach einer Schicht darauf, an welcher Stelle Rötungen, Blasen oder Taubheit entstehen.

Zu kurz: Länge neu messen

Viele Menschen kennen ihre Schuhgröße nur aus Gewohnheit. Die Füße können sich aber über die Jahre verändern, und jeder Hersteller fällt anders aus. Messen Sie Ihre Fußlänge am Abend im Stehen mit Arbeitssocken und vergleichen Sie mit der Tabelle des Herstellers. Zwischen der längsten Zehe und der Kappe sollte beim Stehen etwa ein Zentimeter Platz sein.

Eine genaue Anleitung zeigt der Beitrag Schuhgröße für Sicherheitsschuhe messen. Für eine schnelle Einschätzung hilft die Größen- und Weitentabelle.

Zu schmal: die Weite prüfen

Drückt es seitlich an den Kleinzehen oder am Großzehenballen, ist der Schuh wahrscheinlich zu schmal. Viele greifen dann zur nächsten Größe. Das löst das Problem selten, denn der Schuh wird vor allem länger, nicht breiter. Die Ferse rutscht, und der Fuß gleitet beim Gehen nach vorn.

Besser ist ein Modell in einer größeren Weite. Viele Hersteller bieten Weiten von 10 bis 14 an. Wie das System funktioniert und wie Sie Ihren Ballenumfang messen, erklärt der Beitrag Weitensystem bei Sicherheitsschuhen. Modelle in mehreren Weiten finden Sie zum Beispiel im Ratgeber uvex-Sicherheitsschuhe.

Falsche Kappenform

Zehenschutzkappen unterscheiden sich in Form und Höhe. Manche sind vorn eher spitz zulaufend, andere breit und rund. Kunststoff- und Verbundkappen sind oft etwas voluminöser als Stahlkappen. Wer hohe Zehen oder einen sehr breiten Vorfuß hat, kommt mit einer flachen, spitzen Kappe schlecht zurecht.

Probieren Sie deshalb Modelle verschiedener Hersteller an. Auch Schuhe mit Kunststoffkappe können eine Option sein, weil die Kappenform dort anders ausfallen kann. Den Materialvergleich finden Sie im Beitrag Stahlkappe oder Kunststoffkappe, Modelle im Ratgeber Metallfreie Sicherheitsschuhe.

Was Sie sofort tun können

Einige Maßnahmen bringen kurzfristig Entlastung, ersetzen aber keinen passenden Schuh.

  1. 1

    Schnüren Sie den Vorfuß lockerer und den Spann fester, damit der Fuß nicht nach vorn rutscht.

  2. 2

    Tragen Sie dünnere Funktionssocken statt dicker Baumwollsocken.

  3. 3

    Prüfen Sie, ob die Einlegesohle richtig liegt und nicht nach vorn verrutscht ist.

  4. 4

    Kürzen Sie die Zehennägel regelmäßig, damit sie nicht gegen die Kappe stoßen.

  5. 5

    Sprechen Sie Ihren Arbeitgeber auf ein anderes Modell oder eine andere Weite an.

Hinweis:Schneiden, schleifen oder weiten Sie nie die Kappe oder den Vorderschuh. Das kann die Schutzwirkung beeinträchtigen. Bei anhaltenden Schmerzen, Taubheit oder Fehlstellungen wie Hallux valgus holen Sie ärztlichen oder orthopädischen Rat ein.

Orthopädische Lösungen

Bei Fußfehlstellungen kann eine orthopädische Versorgung nötig sein. In Sicherheitsschuhen dürfen orthopädische Einlagen oder Anpassungen aber nur eingesetzt werden, wenn sie zusammen mit dem Schuhmodell geprüft sind. Viele Hersteller arbeiten dafür mit Orthopädieschuhtechnikern zusammen. Die DGUV Regel 112-191 beschreibt die Anforderungen.

Sprechen Sie mit Ihrem Arbeitgeber und dem Orthopädieschuhtechniker. Je nach Situation übernehmen auch Rentenversicherung oder andere Träger Kosten, das klärt der Arbeitgeber oder die Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Den passenden Ersatz finden

Wenn Sie wissen, ob Länge, Weite oder Kappenform das Problem ist, wird die Auswahl einfacher. Breite Füße profitieren von Modellen in Weite 12 oder mehr, hohe Zehen von Schuhen mit runder, hoher Kappe. Leichte Sneaker haben oft einen weicheren Schaft, der weniger drückt. Eine Auswahl finden Sie im Ratgeber Leichte S3-Sicherheitsschuhe.

Probieren Sie neue Schuhe am Abend und gehen Sie damit auch Treppen. Wie Sie neue Schuhe eingewöhnen, zeigt Neue Sicherheitsschuhe einlaufen.

Leichte S3-Modelle vergleichen →

Häufige Fragen

Weitet sich die Kappe mit der Zeit? Nein. Die Zehenschutzkappe ist starr und bleibt in Form. Nur das Obermaterial passt sich etwas an.

Hilft eine Nummer größer? Nur wenn der Schuh zu kurz ist. Bei zu schmalen Schuhen ist eine größere Weite meist die bessere Lösung.

Kann der Schuhmacher den Schuh weiten? Am Schaft ist das teils möglich, an der Kappe nicht. Eingriffe sollten mit dem Hersteller abgestimmt sein.

Sind Damenmodelle anders geschnitten? Oft ja, mit schmaleren Leisten und kleineren Größen. Siehe S3-Sicherheitsschuhe für Damen.

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