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Ratgeber

Gebotszeichen Fußschutz benutzen

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An Hallentoren, Baustelleneingängen und Lagerbereichen hängt oft ein blaues rundes Schild mit einem Schuh. Es gehört zu den Gebotszeichen der Sicherheitskennzeichnung. Dieser Beitrag erklärt, was das Zeichen bedeutet, auf welcher Grundlage es angebracht wird, welche Pflichten es für Beschäftigte und Besucher auslöst und warum das Schild allein nicht sagt, welche Schuhklasse nötig ist. Er richtet sich an Beschäftigte, Führungskräfte und alle, die einen Bereich kennzeichnen möchten.

Was das Zeichen bedeutet

Gebotszeichen sind in der Sicherheitskennzeichnung rund und blau mit weißem Symbol. Sie schreiben ein bestimmtes Verhalten vor. Das Zeichen mit dem Schuh trägt in der internationalen Norm ISO 7010 die Nummer M008 und die Bedeutung Fußschutz benutzen. In Deutschland ist die Gestaltung von Sicherheitszeichen in der Technischen Regel für Arbeitsstätten ASR A1.3 beschrieben, die sich an ISO 7010 orientiert.

Wer einen so gekennzeichneten Bereich betritt, muss geeigneten Fußschutz tragen. Das gilt für Beschäftigte ebenso wie für Fremdfirmen und in vielen Betrieben auch für Besucher. Für Besucher halten manche Betriebe Überschuhe mit Zehenschutz oder Leihschuhe bereit.

Gebotszeichen im Vergleich

Die Sicherheitskennzeichnung nutzt Form und Farbe, damit Zeichen auch ohne Text verstanden werden. Das hilft in Betrieben mit vielen Sprachen.

Grundlage ist die Gefährdungsbeurteilung

Das Schild ersetzt keine Beurteilung, es macht ihr Ergebnis sichtbar. Der Arbeitgeber ermittelt zuerst, welche Gefährdungen für die Füße bestehen, und legt dann fest, ob und welcher Fußschutz nötig ist. Erst danach wird der Bereich gekennzeichnet. Mehr dazu erklärt der Beitrag Wann Sicherheitsschuhe Pflicht sind.

Welche Klasse gefordert ist, steht in der Betriebsanweisung oder wird in der Unterweisung erklärt. Auf Baustellen ist das häufig S3, in trockenen Hallen manchmal S1P oder S2. Einen Überblick nach Arbeitsbereichen gibt Welche Sicherheitsschuhe für welchen Beruf. Was die Klassen genau beinhalten, zeigt der S-Klassen-Decoder.

Wo das Schild hängen sollte

Sicherheitszeichen sollen gut sichtbar, dauerhaft und dort angebracht sein, wo die Gefährdung beginnt. Typisch sind Zugänge zu Hallen, Baustellentore oder der Übergang vom Büro in die Produktion. Mehrere Gebote werden oft auf einem Kombischild zusammengefasst, etwa Fußschutz, Gehörschutz und Warnweste.

Ein Zusatzschild mit Text kann das Zeichen erläutern, zum Beispiel mit der geforderten Klasse oder dem Hinweis, dass die Pflicht auch für Besucher gilt. Die genauen Anforderungen an Größe, Erkennungsweite und Beleuchtung beschreibt die ASR A1.3.

  • Am Eingang des Bereichs, nicht erst mitten in der Halle
  • In Augenhöhe und gut beleuchtet
  • Nicht durch Regale, Türen oder Fahrzeuge verdeckt
  • Bei mehreren Zugängen an jedem Zugang
  • Regelmäßig auf Lesbarkeit und Beschädigung prüfen

Pflichten für Beschäftigte und Besucher

Beschäftigte müssen die vorgeschriebene Schutzausrüstung tragen und bestimmungsgemäß benutzen. Der Arbeitgeber muss sie bereitstellen, unterweisen und die Einhaltung überwachen. Wer im gekennzeichneten Bereich ohne Fußschutz arbeitet, verstößt gegen betriebliche Anweisungen.

Für Besucher und Fremdfirmen regelt der Betrieb, wie die Pflicht umgesetzt wird. Häufig bekommen Besucher Leihschuhe oder dürfen bestimmte Bereiche nur auf markierten Wegen betreten. Fremdfirmen bringen in der Regel ihre eigene Schutzausrüstung mit, die Anforderungen werden vorab abgestimmt.

Hinweis:Das Schild sagt nur, dass Fußschutz nötig ist. Welche Klasse und welche Zusatzeigenschaften verlangt sind, erfahren Sie beim Arbeitgeber oder der Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Den passenden Schuh wählen

Wenn Sie wissen, welche Klasse gefordert ist, geht es um Passform und Komfort. Für Hallen mit glatten Böden eignen sich leichte Halbschuhe, auf Baustellen sind S3-Stiefel verbreitet. Eine Auswahl finden Sie im Ratgeber Die besten S3-Sicherheitsschuhe und für sportliche Modelle unter Sicherheitssneaker S1P und S3.

Achten Sie auf die Kennzeichnung im Schuh. Wie Sie das Etikett lesen, zeigt der Beitrag Kennzeichnung lesen.

Passende S3-Schuhe finden →

Unterweisung und Betriebsanweisung

Ein Schild wirkt nur, wenn alle wissen, was es verlangt. Deshalb gehört zur Kennzeichnung eine Unterweisung. Darin erklärt der Arbeitgeber, in welchen Bereichen Fußschutz getragen werden muss, welche Klasse verlangt ist, wo es Ersatz gibt und wie die Schuhe gepflegt werden. Die Unterweisung wird in regelmäßigen Abständen wiederholt, in vielen Betrieben jährlich.

In der Betriebsanweisung für einen Arbeitsbereich taucht das Gebotszeichen oft erneut auf, zusammen mit den übrigen Schutzmaßnahmen. So sehen Beschäftigte an einer Stelle, welche Ausrüstung für eine Tätigkeit nötig ist. Wer neu im Betrieb ist oder in einen anderen Bereich wechselt, sollte vor Arbeitsbeginn nachfragen, ob dort andere Anforderungen gelten. Bei Unsicherheit ist die Fachkraft für Arbeitssicherheit die richtige Ansprechperson.

Häufige Fragen

Gilt das Zeichen auch für Besucher? In der Regel ja, wenn der Betrieb nichts anderes festlegt. Viele Betriebe stellen Leihschuhe oder Überschuhe bereit.

Reichen Turnschuhe mit fester Sohle? Nein. Fußschutz bedeutet geprüfte Schuhe mit der geforderten Kennzeichnung, meist nach EN ISO 20345.

Kann ich das Schild selbst aufhängen? Sicherheitszeichen bringt der Arbeitgeber oder die verantwortliche Person auf Grundlage der Gefährdungsbeurteilung an. Ein Schild ohne Beurteilung ist wenig hilfreich.

Was ist mit dem alten Zeichen ohne Nummer? Ältere Zeichen sehen ähnlich aus. Bei Erneuerung werden in der Regel Zeichen nach ISO 7010 verwendet.

Was Sie dafür brauchen

Quellen