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Sicherheitsschuhe oder Arbeitsschuhe: welche Norm wann gilt
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Kurz gesagt
Ein Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 hat immer eine Zehenschutzkappe, die für 200 Joule Schlagenergie geprüft ist. Ein Berufsschuh nach EN ISO 20347, umgangssprachlich oft Arbeitsschuh genannt, hat keine Zehenschutzkappe, kann aber andere geprüfte Eigenschaften wie Antistatik oder Rutschhemmung haben. Welcher Schuh gefordert ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung des Arbeitgebers.
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Unser Fazit
Wo Gegenstände fallen, rollen oder quetschen können, ist ein Sicherheitsschuh nach EN ISO 20345 üblich. Berufsschuhe nach EN ISO 20347 passen zu Bereichen ohne diese Gefahren, etwa Pflege oder Service. Welche Norm gilt, legt der Arbeitgeber fest.
Im Alltag werden Arbeitsschuhe, Sicherheitsschuhe und Berufsschuhe oft durcheinandergeworfen. Für den Arbeitsschutz ist die Unterscheidung aber wichtig, denn sie hängt an verschiedenen Normen mit verschiedenen Anforderungen. Diese Seite erklärt die drei Normen der Reihe, die Kennzeichnungen OB bis O7 und SB bis S7, typische Einsatzbereiche und die Frage, wer bestimmt, welcher Schuh getragen wird. Sie richtet sich an Beschäftigte, Auszubildende und alle, die für ein Team Schuhe beschaffen.
Drei Normen, drei Schuhtypen
Für Fußschutz im Beruf gibt es in Europa drei eng verwandte Normen. EN ISO 20345 regelt Sicherheitsschuhe mit einer Zehenschutzkappe für 200 Joule. EN ISO 20346 regelt Schutzschuhe mit einer Kappe für 100 Joule, die heute selten angeboten werden. EN ISO 20347 regelt Berufsschuhe ohne Zehenschutzkappe.
Gemeinsam ist allen drei, dass sie geprüfte Grundanforderungen an Sohle, Obermaterial und Verarbeitung stellen. Ein Sneaker aus dem Sportgeschäft erfüllt keine dieser Normen, auch wenn er bequem und rutschfest wirkt. Umgangssprachlich heißt jeder Schuh für die Arbeit Arbeitsschuh, im Arbeitsschutz ist mit Arbeitsschuh meist der Berufsschuh nach EN ISO 20347 gemeint.
| Norm | Bezeichnung | Zehenschutzkappe | Kennzeichnung |
|---|---|---|---|
| EN ISO 20345 | Sicherheitsschuh | ja, 200 J | SB, S1 bis S7 |
| EN ISO 20346 | Schutzschuh | ja, 100 J | PB und P-Klassen |
| EN ISO 20347 | Berufsschuh | nein | OB, O1 bis O7 |
Was ein Sicherheitsschuh mitbringt
Der Kern des Sicherheitsschuhs ist die Zehenschutzkappe aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff. Sie muss bei der Prüfung eine Schlagenergie von 200 Joule und eine Druckbelastung von 15 Kilonewton aushalten, ohne dass der Freiraum für die Zehen unter ein festgelegtes Maß sinkt. Darauf bauen die Klassen S1 bis S7 mit weiteren Eigenschaften auf.
Sicherheitsschuhe sind dort üblich, wo Gegenstände auf den Fuß fallen, der Fuß eingeklemmt oder überrollt werden kann: Bau, Lager, Logistik, Metall, Holz, Handwerk und Industrie. Was die einzelnen Klassen bedeuten, steht in Sicherheitsklassen SB bis S7 im Überblick. Mehr zur Kappe selbst lesen Sie unter Zehenschutzkappe und 200 Joule.
- 1Zehenschutzkappe: aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff, 200 J
- 2Durchtrittschutz: Einlage aus Stahl oder Textil
- 3Brandsohle: trägt Fußbett und Einlage
- 4Dämpfung Ferse: Energieaufnahme im Fersenbereich (E)
- 5Profilsohle: bei S3 Pflicht
- 6Obermaterial: bei S2 und S3 wasserabweisend (WPA)
Was ein Berufsschuh nach EN ISO 20347 leistet
Berufsschuhe haben keine Zehenschutzkappe. Sie können aber je nach Klasse einen geschlossenen Fersenbereich, antistatische Eigenschaften, Energieaufnahme im Fersenbereich, ein wasserabweisendes Obermaterial, Durchtrittschutz und eine Profilsohle haben. Die Klassen sind ähnlich aufgebaut wie bei Sicherheitsschuhen und beginnen mit O statt S.
Typisch sind Berufsschuhe in Pflege, Praxis, Labor, Küche ohne Fallrisiko schwerer Gegenstände, im Service oder im Einzelhandel. Dort kommt es vor allem auf Rutschhemmung, Hygiene und Komfort an. Ein Berufsschuh mit SR-Kennzeichnung kann auf nassen Fliesen sinnvoll sein, schützt die Zehen aber nicht vor Stoß oder Quetschung.
Wichtig ist der Blick auf die Tätigkeit, nicht auf den Beruf allein. In einer Küche kann ein Berufsschuh mit SR genügen, im Lager derselben Firma, wo Getränkekisten und Paletten bewegt werden, kann dagegen ein Sicherheitsschuh vorgeschrieben sein. Wer zwischen Bereichen wechselt, trägt oft den Schuh mit der höheren Anforderung, damit er nicht ständig wechseln muss.
Wann welcher Schuh gefordert ist
Ob Sie Sicherheitsschuhe, Berufsschuhe oder gar keinen speziellen Fußschutz brauchen, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung, die der Arbeitgeber nach dem Arbeitsschutzgesetz erstellen muss. Hinweise zur Auswahl gibt die DGUV Regel 112-191. Ist Fußschutz nötig, muss der Arbeitgeber ihn stellen. Wo das genau gilt, erklärt Wann sind Sicherheitsschuhe Pflicht.
Die Vorgaben unterscheiden sich je nach Betrieb, Bereich und Berufsgenossenschaft. Oft markiert das blaue Gebotszeichen Fußschutz benutzen die Bereiche, in denen Sicherheitsschuhe getragen werden müssen. Fragen Sie Ihre Fachkraft für Arbeitssicherheit, wenn nicht klar ist, welche Norm und welche Klasse für Ihre Tätigkeit gilt.
Hinweis:Ein Berufsschuh ohne Zehenschutzkappe ist kein Ersatz für einen vorgeschriebenen Sicherheitsschuh. Kein Schuh schützt vor jeder Verletzung. Verbindlich sind die Vorgaben Ihres Arbeitgebers.
So erkennen Sie den Schuhtyp
Eine ausführliche Anleitung mit Beispieletikett gibt es unter Kennzeichnung im Sicherheitsschuh lesen. Für welche Berufe welche Schuhe üblich sind, beschreibt Welche Sicherheitsschuhe für welchen Beruf.
Herstellername
Modell 12345
43
03/2025
EN ISO 20345:2022
S3 SR
CE
- 1Herstellername: oder Marke
- 2Modellbezeichnung: Artikelnummer des Herstellers
- 3Größe 43: EU-Größe
- 403/2025: Herstellungsdatum, mindestens Quartal und Jahr
- 5EN ISO 20345:2022: die Norm mit Ausgabejahr
- 6S3 SR: Klasse und Zusatzzeichen
- 7CE: Konformitätszeichen
- 1
Suchen Sie das Etikett im Schuh, meist auf der Innenseite der Lasche.
- 2
Lesen Sie die Normnummer: 20345 steht für Sicherheitsschuh, 20347 für Berufsschuh.
- 3
Prüfen Sie die Klasse: Ein S am Anfang zeigt einen Sicherheitsschuh, ein O einen Berufsschuh.
- 4
Achten Sie auf Zusatzzeichen wie SR, ESD oder CI, wenn Ihr Arbeitsplatz diese verlangt.
Häufige Fragen
Darf ich einen Sicherheitsschuh tragen, wenn nur ein Berufsschuh nötig ist? In der Regel ja. Ein Sicherheitsschuh ist meist etwas schwerer, erfüllt aber die Schutzfunktionen eines Berufsschuhs ebenfalls, sofern Zusatzanforderungen wie SR passen.
Hat jeder Arbeitsschuh eine Stahlkappe? Nein. Nur Sicherheits- und Schutzschuhe haben eine Zehenschutzkappe, und diese kann aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff sein. Berufsschuhe nach EN ISO 20347 haben keine Kappe.
Wer bezahlt die Schuhe? Ist Fußschutz nach der Gefährdungsbeurteilung erforderlich, muss der Arbeitgeber ihn zur Verfügung stellen. Details regeln oft Betriebsvereinbarungen.
Was bedeutet O2 oder O3? Das sind Klassen für Berufsschuhe ohne Kappe, aufgebaut wie S2 und S3: O2 mit wasserabweisendem Obermaterial, O3 zusätzlich mit Durchtrittschutz und Profilsohle.
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