Ratgeber
Sicherheitsschuhe zum Schweißen
Veröffentlicht am
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Kurz gesagt
Für das Schweißen eignen sich Sicherheitsschuhe mit glattem Lederobermaterial, einer hitzebeständigen Laufsohle mit Kennzeichnung HRO und einer Schnürung, die von einer Lasche abgedeckt ist oder sich schnell öffnen lässt. Für Schweißarbeiten mit stärkerer Belastung durch Spritzer gibt es Schuhe nach EN ISO 20349-2. Welche Ausführung nötig ist, ergibt sich aus der Gefährdungsbeurteilung des Betriebs.
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Beim Schweißen, Brennschneiden und Schleifen fliegen Funken und Metallspritzer, die Textil durchbrennen und sich zwischen Schnürung und Zunge festsetzen können. Gleichzeitig steht man oft auf heißem Material. Diese Seite erklärt, welche Eigenschaften ein Sicherheitsschuh am Schweißplatz haben sollte, welche Kennzeichnungen nach EN ISO 20345 und EN ISO 20349 dazugehören und welches Zubehör wie Gamaschen ergänzend genutzt wird. Sie hilft bei der Auswahl, ersetzt aber nicht die Vorgabe des Betriebs.
Die Gefahren für die Füße
Daraus ergeben sich die Anforderungen an den Schuh: Das Obermaterial darf nicht leicht durchbrennen, die Sohle muss Kontakt mit heißen Oberflächen aushalten, und Öffnungen sollten so gestaltet sein, dass Spritzer nicht hineinfallen. Dazu kommt der übliche Schutz durch Zehenkappe und je nach Bereich Durchtrittschutz.
- Funken und Metallspritzer, die auf den Schuh fallen
- glühende Schlacke und Späne auf dem Boden
- heiße Werkstücke, auf die man tritt
- schwere Teile, die herunterfallen können
- Spritzer, die in Schnürung und Schaftöffnung gelangen
HRO: die hitzebeständige Sohle
Die Zusatzanforderung HRO nach EN ISO 20345 bedeutet, dass die Laufsohle einen kurzen Kontakt mit einer heißen Fläche aushält. Geprüft wird bei 300 Grad Celsius. Gummi- und Nitrilgummisohlen erreichen HRO häufig, reine PU-Sohlen dagegen nicht, weil PU bei Hitze weich werden kann.
HRO ist am Schweißplatz die wichtigste Zusatzkennzeichnung für die Sohle. Sie bedeutet nicht, dass der Fuß im Schuh vor Hitze isoliert ist. Dafür gibt es die Kennzeichnung HI für eine Wärmeisolierung des Sohlenaufbaus. Mehr zu den Sohlenmaterialien steht im Artikel Laufsohlen von Sicherheitsschuhen.
Herstellername
Modell 12345
43
03/2025
EN ISO 20345:2022
S3 SR
CE
- 1Herstellername: oder Marke
- 2Modellbezeichnung: Artikelnummer des Herstellers
- 3Größe 43: EU-Größe
- 403/2025: Herstellungsdatum, mindestens Quartal und Jahr
- 5EN ISO 20345:2022: die Norm mit Ausgabejahr
- 6S3 SR: Klasse und Zusatzzeichen
- 7CE: Konformitätszeichen
Leder und verdeckte Schnürung
Glattes Leder ist am Schweißplatz die übliche Wahl. Es brennt nicht so leicht durch wie Textil oder Mesh, und Spritzer perlen oft ab. Raue Oberflächen wie Velours fangen Funken eher ein. Textil- und Mesh-Sneaker sind für Schweißarbeiten in der Regel ungeeignet, auch wenn sie eine Schutzklasse wie S3 erfüllen.
Eine Lasche über der Schnürung, oft mit Klett oder Schnalle, verhindert, dass Spritzer zwischen Senkel und Zunge fallen. Manche Modelle haben statt Schnürung einen Schnellverschluss, der sich im Notfall mit einem Griff öffnen lässt. Das ist wichtig, wenn flüssiges Metall in den Schuh gelangt. Den allgemeinen Vergleich der Materialien finden Sie unter Leder oder Textil.
EN ISO 20349 für Schweißer
Neben EN ISO 20345 gibt es eine eigene Norm für Schuhe, die vor thermischen Risiken und Spritzern geschmolzenen Metalls schützen sollen: EN ISO 20349. Teil 1 betrifft Gießereien, Teil 2 Schweißen und verwandte Verfahren. Schuhe nach dieser Norm erfüllen zusätzlich Anforderungen an Obermaterial, Aufbau und Schnellöffnung.
Ob ein Schuh nach EN ISO 20349 nötig ist, hängt von der Art und Menge der Spritzer ab. Für gelegentliches Heften in einer Werkstatt reicht häufig ein Lederschuh mit HRO. Für Dauerschweißplätze, Brennschneiden und Arbeiten mit vielen Spritzern verlangen Betriebe oft die spezielle Norm. Klären Sie das mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit.
Hinweis:Fußschutz ist nur ein Teil der Schutzausrüstung am Schweißplatz. Schutzkleidung, Handschuhe, Augen- und Atemschutz gehören dazu. Die Vorgaben macht der Betrieb anhand der Gefährdungsbeurteilung.
Gamaschen und Hose
Schweißergamaschen aus Leder decken Schaftöffnung und Schnürung zusätzlich ab. Sie sind nützlich, wenn der Schuh selbst keine Lasche hat oder viele Spritzer auftreten. Auch die Hose spielt eine Rolle: Sie sollte über dem Schuh enden und keine Aufschläge haben, in denen sich Funken sammeln.
Bei hohen Stiefeln ist es wichtig, dass die Hose über den Schaft fällt und nicht in den Stiefel gesteckt wird. Sonst können Spritzer direkt in den Schaft gelangen.
Schnürsenkel und Pflege
Kunststoffsenkel schmelzen bei Funkenflug. Senkel aus Aramid sind hitzebeständiger und halten länger. Wie Sie passende Senkel wählen, zeigt der Artikel Schnürsenkel für Arbeitsschuhe.
Prüfen Sie Schweißerschuhe regelmäßig auf eingebrannte Löcher, aufgeplatzte Nähte und verhärtete Sohlen. Ein Loch im Obermaterial schwächt den Schutz und lässt Wasser und Spritzer durch. Gepflegtes Leder bleibt länger widerstandsfähig, siehe Sicherheitsschuhe reinigen und pflegen.
Passende Modelle finden
Achten Sie bei der Auswahl auf glattes Leder, HRO auf dem Etikett, eine Lasche oder einen Schnellverschluss und bei Bedarf EN ISO 20349. Robuste Lederstiefel mit Gummisohle finden Sie im Ratgeber die besten S3-Sicherheitsstiefel. Der Ratgeber uvex Sicherheitsschuhe zeigt unter anderem einen hohen Lederstiefel aus dem Brandschutzprogramm.
Häufige Fragen
Reicht ein normaler S3-Schuh zum Schweißen? Für gelegentliches Schweißen oft ja, wenn er aus Leder ist und eine HRO-Sohle hat. Für Dauerschweißplätze gelten häufig strengere Vorgaben.
Was bedeutet HRO? Die Laufsohle hält kurzzeitigen Kontakt mit einer 300 Grad heißen Fläche aus.
Sind Stahlkappen beim Schweißen ein Problem? Die Kappe liegt im Schuh und ist durch das Obermaterial abgedeckt. Entscheidend sind Obermaterial und Sohle.
Was ist der Unterschied zwischen HRO und HI? HRO bezieht sich auf die Hitzebeständigkeit der Laufsohle, HI auf die Wärmeisolierung des Sohlenaufbaus zum Fuß hin.
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