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Ratgeber

Umknickschutz bei Sicherheitsschuhen

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Wer auf Baustellen, im Gelände oder auf Gerüsten arbeitet, knickt leicht um. Viele suchen deshalb nach Sicherheitsschuhen mit Umknickschutz. Diese Seite erklärt, welche Eigenschaften am Schuh tatsächlich Halt geben, was das Zeichen AN bedeutet, wie sich Halbschuhe und Stiefel unterscheiden und welche Grenzen jeder Schuh hat. Am Ende wissen Sie, worauf Sie bei der Auswahl achten und wann ärztlicher Rat sinnvoll ist.

Was die Norm zum Knöchel sagt

EN ISO 20345 kennt die Zusatzanforderung AN für einen Knöchelschutz. Geprüft wird, ob ein Polster im Knöchelbereich einen Stoß dämpft, etwa wenn man gegen eine Kante oder ein Rohr stößt. Diese Anforderung gibt es nur bei Schuhen mit entsprechend hohem Schaft.

Einen Schutz gegen das Umknicken prüft die Norm nicht. Ob ein Schuh dabei hilft, hängt von seiner Bauweise ab. Werbeaussagen wie Umknickschutz oder Knöchelstabilisierung beschreiben deshalb Konstruktionsmerkmale des Herstellers, keine geprüfte Eigenschaft. Mehr zu den Kennzeichnungen erklärt der Artikel Kennzeichnung von Sicherheitsschuhen lesen.

Was am Schuh Halt gibt

Diese Punkte wirken zusammen. Ein hoher Schaft hilft wenig, wenn er offen getragen wird oder der Fuß im Schuh rutscht. Umgekehrt gibt auch ein Halbschuh guten Halt, wenn Ferse und Sohle stabil sind und der Schuh gut sitzt.

  • Schafthöhe: knöchelhohe und hohe Stiefel umschließen das Sprunggelenk
  • Fersenkappe: eine feste, hoch gezogene Kappe hält die Ferse in der Spur
  • Sohle: eine breite Auflagefläche und eine nicht zu weiche Zwischensohle geben seitliche Stabilität
  • Verschluss: ein fest geschlossener Schaft hält den Fuß im Schuh
  • Passform: ein Schuh, in dem der Fuß nicht rutscht, kippt weniger leicht

Halbschuh oder Stiefel

Ein knöchelhoher Stiefel umschließt das Sprunggelenk und kann seitliche Bewegungen bremsen. Auf unebenem Gelände, Schotter, Baugruben und Gerüsten wählen viele deshalb Stiefel. Der Nachteil: Stiefel sind schwerer und schränken die Beweglichkeit im Knöchel ein, was beim Knien und Hocken auffällt.

Halbschuhe sind leichter und beweglicher, bieten aber weniger seitliche Führung. Für ebene Hallenböden reichen sie meist. Den ausführlichen Vergleich finden Sie im Artikel Halbschuh oder Sicherheitsstiefel.

Die Rolle der Sohle

Sehr weiche, hohe Dämpfungssohlen fühlen sich bequem an, können aber seitlich nachgeben. Auf unebenem Boden kippt der Fuß dann leichter. Eine breite Sohle mit festerer Zwischensohle und einer Rahmenkonstruktion, die den Fuß seitlich fasst, gibt mehr Stabilität. Viele Outdoor-orientierte Hersteller setzen auf solche Konstruktionen.

Achten Sie auch auf den Abrieb. Eine einseitig abgelaufene Sohle verändert die Stellung des Fußes und kann das Umknicken begünstigen. Prüfen Sie Ihre Schuhe regelmäßig, siehe Wann Sicherheitsschuhe tauschen. Welche Materialien wie dämpfen, erklärt Laufsohlen von Sicherheitsschuhen.

Richtig schnüren für mehr Halt

Diese Technik hält die Ferse im Schuh und gibt dem Knöchel mehr Führung. Die ausführliche Anleitung finden Sie im Artikel Schnürsenkel für Arbeitsschuhe.

  1. 1

    Ferse ganz nach hinten in den Schuh setzen.

  2. 2

    Vorfuß mit normaler Spannung schnüren.

  3. 3

    Am Übergang zum Schaft einen Klemmhaken nutzen oder einen Knoten setzen.

  4. 4

    Den Schaft fest um den Knöchel schnüren, ohne die Durchblutung einzuschränken.

  5. 5

    Bei Halbschuhen die Fersenschlaufe nutzen.

Wenn Sie häufig umknicken

Häufiges Umknicken kann auf eine Instabilität im Sprunggelenk hinweisen, etwa nach früheren Verletzungen. Lassen Sie das ärztlich abklären. Je nach Befund kommen Bandagen, Orthesen, gezieltes Training oder orthopädische Versorgungen infrage. Eine Bandage im Sicherheitsschuh sollten Sie mit Arzt und Betrieb abstimmen, weil sie die Passform verändert.

Orthopädische Anpassungen an Sicherheitsschuhen sind nur in geprüfter Form zulässig. Den Weg erklärt der Artikel orthopädische Einlagen in Sicherheitsschuhen.

Hinweis:Kein Schuh verhindert Umknicken sicher. Ordnung auf dem Boden, gute Beleuchtung und Aufmerksamkeit auf unebenem Grund bleiben wichtig.

Gewicht und Ermüdung

Müde Beine knicken leichter um. Gegen Ende einer langen Schicht lässt die Muskelspannung nach, und kleine Unebenheiten werden eher übersehen. Ein schwerer Schuh verstärkt diesen Effekt, weil jeder Schritt mehr Kraft kostet. Leichtere Modelle mit Kunststoffkappe und textilem Durchtrittschutz können deshalb auch für die Trittsicherheit eine Rolle spielen, solange Sohle und Fersenkappe stabil genug sind.

Planen Sie bei Arbeiten auf unebenem Grund Pausen ein und achten Sie gerade am Ende der Schicht auf Treppen, Bordsteine und Kabel. Eine Auswahl leichter Modelle zeigt der Ratgeber leichte S3-Sicherheitsschuhe.

Passende Modelle finden

Für unebenes Gelände und Baustellen eignen sich knöchelhohe S3-Stiefel mit fester Fersenkappe und breiter Sohle. Eine Auswahl zeigt der Ratgeber die besten S3-Sicherheitsstiefel. Stiefel mit Drehverschluss lassen sich schnell fest schließen, siehe Sicherheitsschuhe mit BOA-Verschluss. Knöchelhohe Modelle eines bekannten Herstellers für Einsatzkräfte stellt der Ratgeber Haix Sicherheitsschuhe vor.

Knöchelhohe S3-Stiefel ansehen →

Häufige Fragen

Gibt es Sicherheitsschuhe mit genormtem Umknickschutz? Nein. Die Norm prüft mit AN einen Stoßschutz am Knöchel, keinen Schutz gegen Umknicken.

Was bedeutet AN? AN steht für Knöchelschutz gegen Stöße nach EN ISO 20345.

Hilft ein Stiefel immer gegen Umknicken? Er gibt mehr Führung, wenn er fest geschlossen ist und gut passt. Verhindern kann er Umknicken nicht.

Sind weiche Sohlen schlecht für den Knöchel? Sehr weiche Sohlen können seitlich nachgeben. Auf unebenem Boden ist eine stabilere Sohle oft besser.

Was Sie dafür brauchen