Anleitung
Schnürsenkel für Arbeitsschuhe: Länge, Material, Schnürtechnik
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Kurz gesagt
Die Länge richtet sich nach der Zahl der Ösenpaare: Halbschuhe mit fünf bis sechs Paaren brauchen meist 120 bis 150 cm, knöchelhohe Stiefel mit sieben bis neun Paaren 150 bis 200 cm. Reißfest sind runde oder flache Senkel aus Polyester, Nylon oder Aramid. Für Schweißer und heiße Umgebungen eignen sich Aramidsenkel. Mit Fersenschlaufe und Fensterschnürung lösen Sie Fersenschlupf und Druck auf dem Spann.
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Schnürsenkel sind das Verschleißteil am Sicherheitsschuh, das am häufigsten reißt. Wer Ersatz kauft, steht vor der Frage nach der richtigen Länge und dem passenden Material. Gleichzeitig entscheidet die Schnürtechnik mit darüber, ob ein Schuh gut sitzt. Diese Anleitung gibt Richtwerte für die Länge, erklärt Materialien von Polyester bis Aramid und zeigt drei Schnürtechniken, die bei Arbeitsschuhen besonders nützlich sind.
Die richtige Länge
Am einfachsten messen Sie den alten Senkel. Ist er gerissen, zählen Sie die Ösenpaare, Haken mitgezählt. Die folgenden Werte sind Richtwerte für eine Kreuzschnürung mit einer normalen Schleife. Sehr breite Schuhe oder dicke Senkel brauchen etwas mehr.
| Ösenpaare inkl. Haken | typischer Schuh | Länge |
|---|---|---|
| 4 bis 5 | flacher Halbschuh | 90 bis 120 cm |
| 5 bis 6 | Sicherheitshalbschuh | 120 bis 150 cm |
| 7 bis 8 | knöchelhoher Stiefel | 150 bis 180 cm |
| 9 bis 10 | hoher Stiefel | 180 bis 220 cm |
| über 10 | sehr hoher Stiefel | 220 cm und mehr |
Hinweis:Zu lange Senkel bilden große Schlaufen, die sich an Maschinen, Leitern und Bewehrung verfangen können. Kürzen Sie lieber und verschweißen Sie das Ende.
Materialien im Vergleich
Für die meisten Sicherheitsschuhe passen Senkel aus Polyester oder Polyester-Mischgewebe. Wer an Schweißplätzen oder Öfen arbeitet, sollte Aramidsenkel wählen, weil Kunststoffsenkel bei Funkenflug schmelzen können. Mehr zu diesem Einsatz steht im Artikel Sicherheitsschuhe zum Schweißen.
- Polyester: reißfest, nimmt wenig Wasser auf, Standard bei vielen Arbeitsschuhen
- Nylon: sehr reißfest, etwas glatter, Knoten können sich lösen
- Baumwolle: griffig, hält Knoten gut, nimmt aber Wasser auf und verschleißt schneller
- Leder: klassisch bei Lederstiefeln, robust, muss gepflegt werden
- Aramid: hitzebeständig und schnittfest, für Schweißer und heiße Umgebungen
- elastische Senkel mit Stopper: schnell, aber weniger Halt
Rund oder flach
Runde Senkel gleiten leichter durch Haken und Ösen und lassen sich schnell nachziehen. Sie sind bei Stiefeln mit Haken üblich. Flache Senkel liegen breiter auf dem Rist und verteilen den Druck etwas besser. Sie halten Knoten oft zuverlässiger.
Achten Sie bei Ersatz auf eine ähnliche Dicke wie beim Original. Zu dicke Senkel passen nicht durch kleine Ösen, zu dünne schneiden ein und reißen an scharfen Kanten von Metallösen schneller.
Fersenschlaufe gegen Fersenschlupf
Diese Technik, oft Marathon- oder Lock-Schnürung genannt, zieht den Schaft eng um den Knöchel und hält die Ferse im Schuh. Sie hilft bei schmalen Fersen und auf Treppen.
- 1
Schnüren Sie bis zur vorletzten Öse normal über Kreuz.
- 2
Führen Sie jeden Senkel auf derselben Seite von außen in die oberste Öse, sodass eine kleine Schlaufe entsteht.
- 3
Kreuzen Sie die Senkel und fädeln Sie jedes Ende durch die Schlaufe der Gegenseite.
- 4
Ziehen Sie nach unten und zur Seite fest an und binden Sie die Schleife.
Fensterschnürung bei Druck
Drückt der Schuh an einer bestimmten Stelle auf den Spann, lassen Sie dort das Kreuzen weg. Führen Sie die Senkel auf beiden Seiten senkrecht in die nächste Öse und kreuzen Sie erst danach wieder. So entsteht ein Fenster ohne Druck. Die Technik hilft bei hohem Spann und bei Druckstellen durch eine Naht. Weitere Tipps finden Sie im Artikel hoher Spann und Hallux im Sicherheitsschuh.
Zwei-Zonen-Schnürung bei Stiefeln
Bei knöchelhohen Stiefeln können Sie Vorfuß und Schaft unterschiedlich fest schnüren. Machen Sie dazu am Übergang zum Schaft einen einfachen Knoten, bevor Sie weiterschnüren. Unten bleibt die Spannung locker, oben ziehen Sie fest an. Viele Stiefel haben an dieser Stelle einen Klemmhaken, der das ohne Knoten erledigt.
Für Stiefel mit Haken ist ein runder, glatter Senkel ideal, weil er leicht durch die Haken gleitet. Robuste Stiefel mit guter Schnürung finden Sie im Ratgeber die besten S3-Sicherheitsstiefel.
Halbschuh
Schaft bis unter den Knöchel
Halle, Montage, Lager
Knöchelhoher Stiefel
Schaft über den Knöchel
Baustelle, unebener Boden
Hoher Stiefel
Schaft bis zur Wade
Tiefbau, Nässe, Schmutz
Wann der Senkel ersetzt werden sollte
Ein aufgescheuerter Senkel reißt meist im ungünstigsten Moment. Tauschen Sie ihn, wenn der Mantel aufgeraut ist, die Fasern sichtbar werden oder die Endhülse fehlt. Reißen die Senkel immer an derselben Öse, lohnt ein Blick auf diese Stelle: Eine scharfkantige oder verbogene Metallöse scheuert jeden neuen Senkel schnell durch. In diesem Fall hilft ein Senkel mit glatterem Mantel, und bei stark beschädigten Ösen sollte der Händler oder Hersteller gefragt werden. Kaufen Sie am besten immer ein Ersatzpaar mit. Wer sich das Schnüren ganz sparen möchte, findet Alternativen im Vergleich Schnürung, BOA oder Klettverschluss.
Häufige Fragen
Darf ich die Senkel am Sicherheitsschuh selbst tauschen? Ja, Schnürsenkel sind Verschleißteile. Achten Sie auf ein passendes Material, etwa Aramid an heißen Arbeitsplätzen.
Wie verhindere ich, dass sich die Schleife löst? Ein doppelter Knoten oder eine Schleife mit zwei Umschlingungen hält besser. Glatte Nylonsenkel lösen sich leichter als Polyester oder Baumwolle.
Wie kürze ich zu lange Senkel? Abschneiden und das Ende bei Kunststoffsenkeln vorsichtig verschweißen oder mit Klebeband umwickeln.
Welche Senkel sind am reißfestesten? Aramid und dichte Polyestergewebe gelten als sehr reißfest. Entscheidend ist auch, dass keine scharfen Ösenkanten am Senkel scheuern.
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