Ratgeber
Sicherheitsschuhe für die Landwirtschaft
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Kurz gesagt
In der Landwirtschaft sind zwei Schuhtypen verbreitet: knöchelhohe S3-Lederstiefel mit Membran für Feld, Hof und Werkstatt und Sicherheitsgummistiefel der Klasse S5 für Stall, Melkstand und nasse Bereiche. Wichtig sind eine Zehenschutzkappe gegen Tiere und schwere Teile, Durchtrittschutz, eine selbstreinigende Profilsohle, Wasserdichtheit und bei Kälte die Kennzeichnung CI. Welche Ausführung im Betrieb nötig ist, ergibt die Gefährdungsbeurteilung.
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Auf dem Hof wechseln die Anforderungen ständig: morgens im Stall, mittags auf dem Feld, nachmittags an der Maschine in der Werkstatt. Tiere können auf den Fuß treten, schwere Teile fallen herunter, und Mist, Nässe und Kälte setzen Schuhen zu. Diese Seite erklärt, welche Sicherheitsschuhe in der Landwirtschaft und im Gartenbau üblich sind, worauf Sie bei Material, Sohle und Schaft achten sollten und wie Sie Schuhe im Stallalltag pflegen.
Gefahren für die Füße auf dem Hof
Aus diesen Gefahren ergibt sich die Ausstattung: Zehenschutzkappe, Durchtrittschutz, wasserdichtes Material, rutschhemmende Profilsohle und je nach Jahreszeit Kälteschutz. Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft gibt dazu Hinweise für die Betriebe.
- Tritte von Rindern, Pferden und anderen Großtieren
- herabfallende Teile beim Arbeiten an Maschinen
- Nägel, Draht und Splitter in Scheune und Hof
- Nässe, Mist und Gülle im Stall
- Rutschgefahr auf nassen Spaltenböden und Beton
- Kälte bei Arbeit im Freien im Winter
S3-Lederstiefel für Feld und Werkstatt
Für Arbeit auf dem Feld, im Hof und in der Werkstatt sind knöchelhohe S3-Stiefel aus Leder verbreitet. Sie geben Halt auf unebenem Boden, schützen die Knöchel und lassen sich mit Membran wasserdicht ausführen. Leder verträgt Erde, Steine und Kanten gut und lässt sich pflegen.
Achten Sie auf eine grobe Profilsohle, die sich auf Acker und Wiese nicht zusetzt, und bei Arbeit im Herbst und Winter auf CI. Robuste Modelle zeigt der Ratgeber die besten S3-Sicherheitsstiefel, gefütterte Varianten der Ratgeber S3-Sicherheitsstiefel für den Winter.
Halbschuh
Schaft bis unter den Knöchel
Halle, Montage, Lager
Knöchelhoher Stiefel
Schaft über den Knöchel
Baustelle, unebener Boden
Hoher Stiefel
Schaft bis zur Wade
Tiefbau, Nässe, Schmutz
S5-Gummistiefel für den Stall
Im Stall, im Melkstand und bei Arbeiten mit viel Wasser sind Sicherheitsgummistiefel üblich. Nach EN ISO 20345 sind das die Klassen S4 und S5, Stiefel aus Gummi oder Polymer, die vollständig wasserdicht sind. S5 enthält zusätzlich Durchtrittschutz und eine Profilsohle. Gummistiefel lassen sich leicht abspritzen und reinigen, was im Stall wichtig ist.
Viele Modelle sind aus PU statt aus Naturgummi und dadurch leichter und wärmer. Für den Winter gibt es gefütterte Varianten und Modelle mit CI. Gegen Mist und Gülle ist die Beständigkeit des Materials wichtig, fragen Sie dazu beim Hersteller nach. Mehr zu den Klassen erklärt der Vergleich S3 oder S5.
Profil und Rutschhemmung
Auf Feld und Wiese ist ein grobes, selbstreinigendes Profil wichtig, das Erde beim Gehen wieder abgibt. Im Stall dagegen zählt Halt auf nassem Beton und Spaltenböden. Eine Sohle mit der Kennzeichnung SR wurde zusätzlich mit Glycerin auf Rutschhemmung geprüft. Mehr dazu im Artikel Rutschhemmung SR erklärt.
Ein ausgeprägter Absatz hilft beim Arbeiten auf Leitern, Treppen und Maschinentritten. Für Arbeiten mit Gülle, Ölen und Düngemitteln sollte die Sohle beständig sein, siehe öl- und chemikalienbeständige Sicherheitsschuhe.
Schlupfstiefel und schnelles Wechseln
Wer oft zwischen Stall, Hof und Haus wechselt, schätzt Schuhe, die schnell an- und auszuziehen sind. Schlupfstiefel mit elastischen Einsätzen und Gummistiefel sind dafür beliebt. Schnürstiefel bieten mehr Halt, brauchen aber mehr Zeit. Ein Kompromiss sind Stiefel mit BOA-Verschluss oder seitlichem Reißverschluss.
Die Vor- und Nachteile der Verschlüsse vergleicht der Artikel Schnürung, BOA oder Klettverschluss.
Gartenbau und Landschaftspflege
Im Garten- und Landschaftsbau sind S3-Schuhe üblich, weil auf Baustellen und im Gelände gearbeitet wird. Leichte S3-Halbschuhe mit Membran eignen sich für Pflegearbeiten, knöchelhohe Stiefel für schweres Gelände. Für Arbeiten mit der Motorsäge braucht es eigene Schnittschutzstiefel nach EN ISO 17249.
Modelle für Garten und Landschaft zeigt der Ratgeber wasserdichte S3-Sicherheitsschuhe. Einen Lederschuh für Garten- und Straßenbau vergleicht der Artikel LOWA Larrox oder Renegade Work.
Hinweis:Für Arbeiten mit der Motorsäge sind Schnittschutzstiefel nach EN ISO 17249 vorgeschrieben. Normale Sicherheitsschuhe bieten keinen Schnittschutz.
Hygiene und Pflege im Stall
Weitere Hinweise geben die Artikel Sicherheitsschuhe reinigen und pflegen und Sicherheitsschuhe trocknen.
- 1
Gummistiefel nach dem Stall mit Wasser abspritzen, Mist und Erde vollständig entfernen.
- 2
Lederstiefel abbürsten, feucht abwischen und langsam bei Raumtemperatur trocknen.
- 3
Leder regelmäßig pflegen, da Mist und Gülle es angreifen können.
- 4
Stiefel zwischen verschiedenen Ställen oder Betrieben bei Bedarf desinfizieren, nach den Vorgaben des Betriebs.
- 5
Einlegesohlen herausnehmen und trocknen.
Kälte und Nässe im Winter
Im Winter kommen Kälte und Nässe zusammen. Hilfreich sind CI für Kälteisolierung, ein Warmfutter, eine Membran oder ein Gummistiefel mit Futter und Socken aus Wolle. Wechseln Sie nach Möglichkeit zwischen zwei Paaren, damit jedes Paar trocknen kann. Hinweise gibt der Artikel kalte Füße in Sicherheitsschuhen.
Häufige Fragen
Brauchen Landwirte Sicherheitsschuhe? Wo Gefahren für die Füße bestehen, ist Fußschutz sinnvoll und für Beschäftigte oft vorgeschrieben. Die Landwirtschaftliche Berufsgenossenschaft gibt Hinweise.
Gummistiefel oder Lederstiefel? Im Stall und bei viel Wasser Gummistiefel, auf Feld, Hof und in der Werkstatt meist Lederstiefel.
Was bedeutet S5? S5 ist ein Gummi- oder Polymerstiefel mit Zehenschutzkappe, Durchtrittschutz und Profilsohle.
Wie halten Lederstiefel im Stall länger? Durch regelmäßiges Reinigen, langsames Trocknen und Pflegen, da Mist und Gülle das Leder angreifen.
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