Problemlösung
Fersenschmerzen in Sicherheitsschuhen
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Kurz gesagt
Am Schuh liegen Fersenschmerzen häufig an einer durchgetretenen Dämpfung, einer flachen oder abgenutzten Einlegesohle, einer zu harten Sohle auf Beton oder einer Ferse, die im Schuh rutscht. Ein neues Paar oder eine vom Hersteller freigegebene dämpfende Einlegesohle hilft oft. Halten die Schmerzen an, besonders morgens beim ersten Auftreten, gehört die Ursache ärztlich abgeklärt, etwa bei Verdacht auf Fersensporn.
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Wer acht Stunden auf Beton steht oder viel läuft, spürt das am Abend häufig in der Ferse. Diese Seite hilft, mögliche Ursachen am Sicherheitsschuh zu erkennen und zu beheben: Dämpfung, Einlegesohle, Passform, Sohlenhärte und Verschleiß. Sie ersetzt keine ärztliche Untersuchung. Anhaltende oder starke Schmerzen sollten Sie medizinisch abklären lassen, denn hinter Fersenschmerzen können verschiedene Ursachen stecken, die eine gezielte Behandlung brauchen.
Typische Ursachen am Schuh
Oft wirken mehrere Punkte zusammen. Ein zwei Jahre alter Schuh mit abgelaufener Sohle und zusammengedrückter Einlegesohle dämpft deutlich weniger als im Neuzustand, auch wenn er von außen noch gut aussieht.
- Dämpfung in Ferse und Zwischensohle ist durchgetreten oder verhärtet
- Einlegesohle ist flach, verrutscht oder fehlt ganz
- Sohle ist zu hart für langes Stehen auf Beton oder Fliesen
- Ferse rutscht im Schuh und reibt bei jedem Schritt
- Fersenkappe drückt am Ansatz der Achillessehne
- Absatz ist einseitig abgelaufen und verändert die Haltung
Was die Norm zur Ferse verlangt
Ab Klasse S1 verlangt EN ISO 20345 eine Energieaufnahme im Fersenbereich, gekennzeichnet mit E. Geprüft wird, ob der Fersenbereich einen genormten Stoß von 20 Joule aufnehmen kann. Das ist eine Mindestanforderung für neue Schuhe. Wie viel Dämpfung ein Modell darüber hinaus bietet, ist sehr unterschiedlich.
Für Menschen mit empfindlichen Fersen lohnt deshalb ein Blick auf die Sohlenkonstruktion. Zweischichtige PU-Sohlen, Dämpfungskerne in der Ferse oder dämpfende Fußbetten sind bei vielen Herstellern verbreitet. Welche Sohlenmaterialien wie dämpfen, erklärt der Artikel Laufsohlen von Sicherheitsschuhen.
- 1Zehenschutzkappe: aus Stahl, Aluminium oder Kunststoff, 200 J
- 2Durchtrittschutz: Einlage aus Stahl oder Textil
- 3Brandsohle: trägt Fußbett und Einlage
- 4Dämpfung Ferse: Energieaufnahme im Fersenbereich (E)
- 5Profilsohle: bei S3 Pflicht
- 6Obermaterial: bei S2 und S3 wasserabweisend (WPA)
Schritt für Schritt prüfen
Schmerz unter der Ferse deutet eher auf fehlende Dämpfung, Schmerz hinten am Ansatz eher auf eine drückende Fersenkappe oder Reibung.
- 1
Nehmen Sie die Einlegesohle heraus. Ist sie an der Ferse platt gedrückt oder hart, ist sie verbraucht.
- 2
Drücken Sie mit dem Daumen von innen auf die Ferse. Fühlt sich die Stelle hart an, ist die Dämpfung oft erschöpft.
- 3
Stellen Sie den Schuh auf einen Tisch und schauen Sie von hinten. Kippt er zur Seite, ist der Absatz schief abgelaufen.
- 4
Ziehen Sie den Schuh an, schnüren Sie fest und gehen Sie eine Treppe hinauf. Hebt die Ferse deutlich an, passt der Schuh nicht.
- 5
Prüfen Sie, wo es schmerzt: unter der Ferse, hinten am Ansatz oder seitlich. Das hilft bei der Suche nach der Ursache.
Einlegesohle und Dämpfung verbessern
Viele Hersteller bieten für ihre Sicherheitsschuhe Einlegesohlen mit stärkerer Dämpfung oder Fersenschale an, die mit dem Schuh geprüft sind. Diese können Sie ohne Bedenken einlegen. Eine beliebige Gel-Einlage aus dem Drogeriemarkt dagegen kann die Prüfung des Schuhs ungültig machen, weil sie Innenhöhe, Antistatik und Energieaufnahme verändert.
Welche Regeln für den Austausch gelten, erklärt der Artikel Einlegesohlen für Arbeitsschuhe. Wer orthopädische Einlagen vom Arzt verschrieben bekommt, findet den Weg im Artikel orthopädische Einlagen in Sicherheitsschuhen.
Passform an der Ferse
Eine rutschende Ferse reibt bei jedem Schritt und kann Druckstellen und Schmerzen hinten an der Ferse verursachen. Häufig ist der Schuh zu groß gewählt, weil vorn mehr Platz für die Zehen gewünscht war. Besser ist ein Modell in passender Länge mit ausreichender Weite. Wie das Weitensystem funktioniert, steht im Artikel Weitensystem erklärt.
Mit der Fersenschlaufe, auch Marathon-Schnürung genannt, lässt sich die Ferse bei Schnürschuhen besser fixieren. Die Anleitung finden Sie im Artikel Schnürsenkel für Arbeitsschuhe.
Arbeitsumgebung und Gewohnheiten
Langes Stehen auf hartem Boden belastet die Fersen stärker als Gehen. Wo es möglich ist, helfen Anti-Ermüdungsmatten an festen Arbeitsplätzen, kurze Gehpausen und ein Wechsel der Haltung. Zwei Paar Schuhe im Wechsel geben der Dämpfung Zeit, sich zu erholen, und beide Paare trocknen vollständig.
Auch das Gewicht des Schuhs spielt eine Rolle. Leichte Modelle mit dämpfender Sohle werden auf langen Wegen oft als angenehmer empfunden. Eine Auswahl zeigt der Ratgeber leichte S3-Sicherheitsschuhe.
Wann Sie ärztlichen Rat brauchen
Hält der Schmerz trotz neuer Schuhe an, ist er morgens beim ersten Auftreten besonders stark, strahlt er aus oder ist die Ferse geschwollen oder gerötet, sollten Sie das ärztlich abklären lassen. Hinter solchen Beschwerden können Entzündungen der Sehnenplatte, ein Fersensporn oder andere Ursachen stecken.
Wird eine orthopädische Versorgung nötig, gibt es Lösungen auch für Sicherheitsschuhe. Die Kosten können je nach Situation von Kostenträgern wie der Rentenversicherung übernommen werden. Sprechen Sie dazu auch mit der Fachkraft für Arbeitssicherheit oder dem Betriebsarzt.
Hinweis:Diese Seite gibt allgemeine Hinweise zum Schuh und ersetzt keine medizinische Diagnose. Bei anhaltenden Schmerzen wenden Sie sich an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt.
Häufige Fragen
Helfen Gel-Fersenkissen im Sicherheitsschuh? Nur, wenn der Hersteller sie für das Modell freigibt. Fremde Einlagen können die geprüften Eigenschaften verändern.
Wie oft sollte ich Sicherheitsschuhe bei Fersenschmerzen tauschen? Eine feste Frist gibt es nicht. Ist die Dämpfung spürbar hart, lohnt der Tausch, siehe Wann Sicherheitsschuhe tauschen.
Sind Stiefel besser für die Ferse als Halbschuhe? Nicht grundsätzlich. Ein Stiefel stabilisiert den Knöchel, die Dämpfung hängt aber an Sohle und Fußbett.
Was bedeutet das E auf dem Etikett? Es steht für die Energieaufnahme im Fersenbereich und ist ab S1 Pflicht.
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